CEO Marie-Claire Isaaman von Women in Games fasst die Erfolge des britischen Unternehmens in einer Jahresendmitteilung zusammen, warnt jedoch auch vor dem Erodieren der Rechte von Frauen und LGBTQIA+, das dieses Jahr weltweit zu beobachten war.

In einem offenen Statement schaut Marie-Claire Isaaman, CEO von Women in Games, auf ein erfolgreiches Jahr für das britische Unternehmen, aber deutliche Herausforderungen für Frauen in der internationalen Gamingbranche und -community zurück.

2022 wuchs das Netzwerk an Ambassadors von Women in Games auf 1.000 Personen in insgesamt 70 Ländern, dazu kommen über 50 Corporate und Education Ambassadors, die Studios oder Bildungseinrichtungen direkt beraten. Das Jahr sah außerdem die erste Niederlassung von Women in Games in Asien, die "Real Virtual Beauty"-Kampagne gemeinsam mit Dove für realistische Körperbilder und die Veröffentlichung der zweiten Auflage des "Women in Games Guide: Building A Fair Playing Field".

Trotz des eigenen Erfolgs weißt Isaaman jedoch auch auf die 2022 weiterhin schlechte Lage für viele Frauen und Mädchen in Gamesunternehmen und -communitys hin, darunter explizit auch auf die aufgedeckten Missstände bei Activision Blizzard. Bryter, ein Marktforschungsunternehmen mit Sitz in London und New York, mit dem Women in Games seit mehreren Jahren zusammenarbeitet, führt seit vier Jahren Längsschnittuntersuchungen in Form der jährlichen Toxizitätsberichte der Female Games Study durch. Deren neuester Bericht zeigt, dass 72 % der weiblichen Spielerinnen Toxizität beim Spielen erleben.

Mit dem Fall von Roe vs. Wade in den USA, den Gewalttaten in der Ukraine durch russische Soldaten, den Attacken auf Protestierende und dem daraus folgenden Tod von Mahsa Amini im Iran, den autoritären Regimen in Afghanistan und Syrien und der Fußball-Weltmeisterschaft in Quatar, die alle zu besonders großen Teilen Frauen und LGBTQIA+-Personen treffen, stehen deren Rechte weltweit unter Beschuss. Isaaman ruft dazu auf, mit Spenden die Arbeit von Women in Games zu unterstützen und sich gegen Ungleichheit und Gewalt gegen Frauen einzusetzen.

Für 2023 wird Women in Games um den Jahreswechsel ein Neujahrsmanifest veröffentlichen, in dem sie ihre Vorhaben darlegen.

Pascal Wagner

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Pascal Wagner
Pascal Wagner is Chief of Relations of GamesMarket and Senior Editor specialised in indie studios, politics, funding and academic coverage.