Im Dezember hatte Konzernchefin Susan Wojcicki ein stärkeres Vorgehen YouTubes gegen Verstöße seiner Community-Richtlinien wie gewalttätige oder extremistische Inhalte angekündigt. Nun wurden konkrete Maßnahmen mit teils grundsätzlichen Änderungen vorgestellt.

YouTube verstärkt die Bemühungen gegen gewalttätige, beleidigende und extremistische Inhalte. In Form von Blogbeiträgen hat das Unternehmen jetzt konkrete Maßnahmen genannt, um Werbetreibende und Kreative, die sich an die Community-Regeln halten, vor Schaden durch schwarzen Schafe unter den Channelbetreibern zu bewahren. Hintergrund ist, dass 2017 selbst große und bekannte Channels teils durch beleidigende, gar rassistische Äußerungen negativ auffielen. Werbetreibende waren entsprechend vor den Kopf gestoßen, sodass Anfang Dezember 2017 YouTube-CEO Susan Wojcicki selbst auf dem Firmenblog ankündigte, die Regeln zu veschärfen und weitere Maßnahmen einzuleiten. Und genau solche stellten Vice President Paul Muret sowie Neal Mohan, Chief Product Officer, und Robert Kyncl, Chief Business Officer, jetzt vor.

In ihren Blogposts kündigen sie drei ganz konkrete Maßnahmen YouTubes an, die zum Teil weitreichende Folgen haben. Die vielleicht wichtigste Änderung betrifft die Einstiegshürde zum YouTube-Partnerprogramm, das Kanalbetreibern Monetarisierungsmöglichkeiten bietet. Bislang konnte ein Kanal teilnehmen, sobald er über 10.000 Aufrufe erzielt hat. Nun hebt YouTube die Einstiegshürde deutlich an. Denn statt einer einmal erzielten Reichweite sind Kanäle künftig erst dann für das Partnerprogramm qualifiziert, wenn sie eine Wiedergabezeit von 4000 Stunden in den vergangenen 12 Monaten vorweisen können sowie eine Mindestzahl von 1000 Abonnenten.

YouTube hat diese Hürden nach eigenen Aussagen über "sorgfältige Analysen und nach zahlreichen Gesprächen" mit YouTube-Kreativen ermittelt. Sie bedeuten aber auch, dass ernstgemeine und unproblematische Kanäle, die noch am Anfang stehen, künftig länger brauchen werden, um es ins Partnerprogramm zu schaffen. Zudem erfolgt eine Prüfung neuer Kanäle nicht automatisch, sobald die Kriterien erfüllt sind. Kanalbetreiber müssen die Prüfung beantragen.

Da die neuen Hürden zudem nach 30 Tagen Kulanz auch für bestehende Kanäle gelten werden zum Stichtag 20. Februar zahlreiche Kanäle aus dem Partnerprogramm fliegen. Sie erhalten zwar weiterhin Einnahmen nach der AdSense-Richtlinie, aber nicht mehr aus dem Partnerprogramm.

Eine zweite Maßnahme betrifft das Google-Preferred-Programm, bei dem die beliebtesten YouTube-Kanäle Werbetreibenden über verschiedene Pakete als Werbeplattform angeboten werden. Da hier in der Regel Werbetreibende aktiv werden, die auf der Suche nach großen Reichweiten sind und die über ein entsprechend hoches Budget verfügen, ist die Teilnahme für Channelbetreiber extrem attraktiv.

Google will nun alle Google-Preferred-Kanäle manuell überprüfen und Werbeinhalte künftig nur noch vor die Videos schalten, welche die YouTube-Richtlinien erfüllen. Die manuelle Überprüfung der Kanäle und Videos soll in den USA bis Mitte Februar und in allen anderen Märken, also auch in Deutschland, bis Ende März abgeschlossen sein.

Last not least verspricht YouTube Werbetreibenden die Einführung neuer Maßnahmen zur einfachen und transparenten Kontrolle, wo ihre Werbung ausgespielt wird, in welchem Umfeld also Marken erscheinen. Dazu arbeite man mit vertrauenswürdigen Brand-Safety-Anbietern an Lösungen. Die Systeme von Integral Ad Science oder DoubleVerify sind oder werden demnächst in Beta-Version eingeführt. Außerdem spreche man mit OpenSlate, comScore und Moat über eine Zuammenarbeit.

Share this post

Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.
Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership
James Salmon, EA's director of marketing and partnerships, Twitch streamer Rodrigol, the mascot of the Brazilian national football team, Canarinho, and the CBF's director of marketing for national teams, Bernardo Bessa | Picture: Rebeca Reis / Staff Images / CBF

Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership

By Stephan Steininger 1 min read
Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership
James Salmon, EA's director of marketing and partnerships, Twitch streamer Rodrigol, the mascot of the Brazilian national football team, Canarinho, and the CBF's director of marketing for national teams, Bernardo Bessa | Picture: Rebeca Reis / Staff Images / CBF

Gamescom Latam: EA and the Brazilian Football Confederation CBF Announce Partnership

By Stephan Steininger 1 min read