Starkes Geschäftsjahr von Nintendo trotz Umsatz- und Gewinnrückgang
Trotz des Rückgangs bei Umsatz und Gewinn hat Nintendo im letzten Geschäftsjahr ein starkes Ergebnis erzielt. Es wurde fast 18 Millionen Switch-Konsolen und über 200 Millionen Games auf der Plattform verkauft. Auch wenn der Ausblick weitere Rückgänge prognostiziert, hat Nintendo mit dem Switch-Ökosystem noch viel vor.
Nintendo konnte von April 2022 bis Ende März 2023 rund 17,97 Millionen Konsolen aus der Switch-Familie weltweit absetzen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 22,1 Prozent weniger Geräte weltweit verkauft, schon vorher hatte das Unternehmen den prognostizierten Absatz von 21 auf 18 Millionen gesenkt. Das OLED-Modell der Switch ist beliebteste Edition und macht 51,1 Prozent der verkauften Exemplare aus. Der Absatz dieser Variante stieg um fast 59 Prozent im Vorjahresvergleich. In Europa wurden 4,98 Millionen Switch-Geräte verkauft, davon 2,38 Millionen OLED-Switch-Konsolen, 2,11 Millionen reguläre Switch-Editionen und 490.000 Lite-Editionen. Der Rückgang wird einerseits auf die Lieferengpässe bei Halbleitern und anderen Komponenten sowie andererseits auf den niedrigeren Absatz im Weihnachtsgeschäfts als erwartet zurückgeführt. Weltweit befinden sich 125,62 Millionen Switch-Konsolen in Umlauf.
Im Software-Bereich meldet das japanische Unternehmen gute Verkaufszahlen für "Pokémon Karmesin", "Pokémon Purpur" und "Splatoon 3". Das Pokémon-Duo liegt bei 22,1 Millionen verkauften Einheiten und der farbenfrohe Shooter bei 10,67 Millionen. "Nintendo Switch Sports" verkaufte sich 9,60 Millionen Mal. "Mario Strikers: Battle League Football" liegt bei 2,54 Millionen, "Xenoblade Chronicles 3" bei 1,86 Millionen, "Fire Emblem Engage" bei 1,61 Millionen, "Kirby's Return to Dream Land Deluxe", bei 1,46 Millionen, "Metroid Prime Remastered" bei 1,09 Millionen und "Bayonetta 3" bei 1,07 Millionen. Allerdings fällt auf, dass "Fire Emblem Engage" im Vergleich zu den 2,62 Millionen von "Fire Emblem Three Houses" schwächer startete. "Mario Kart 8 Deluxe" ist und bleibt ein Dauerbrenner. Das Rennspiel verkaufte im Geschäftsjahr weitere 8,45 Millionen Units. Der kumulierte Absatz liegt bei 53,79 Millionen. Es bleibt das bisher erfolgreichste Switch-Spiel - mit Abstand. "Kirby und das vergessene Land" verkaufte sich 3,81 Millionen Mal und liegt insgesamt bei 6,46 Millionen Units.
Insgesamt gab es 35 Titel, die sich von April 2022 bis Ende März 2023 mehr als eine Million Mal verkauften, darunter auch Third-Party-Titel. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 213,96 Millionen Switch-Titel verkauft, ein Rückgang um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein Teil dieses Rückgangs wird auf die niedrigeren Hardwareverkäufe zurückgeführt. Wobei es auch an weiteren, zugkräftigen First-Party-Titeln mangelt. 42,6 Prozent der Sales entfallen auf digital abgesetzte Gamessoftware. Darüber hinaus hebt Nintendo hervor, dass Lizenzeinnahmen und Umsätze von Nintendo Switch Online gestiegen wären, während die Einnahmen aus dem Mobile-Bereich zurückgingen.
Der Gesamtumsatz erreichte 1,602 Billionen Yen beziehungsweise 10,8 Milliarden Euro, ein Rückgang um 5,5 Prozent. 77,2 Prozent des Umsatzes wurden außerhalb Japans erzielt. Der Betriebsgewinn belief sich auf 504,3 Milliarden Yen, rund 3,4 Milliarden Euro, ein Minus von 14,9 Prozent, bei einer Marge von 31,5 Prozent. Der Nettogewinn liegt bei 432,7 Milliarden Yen und damit knapp 9,4 Prozent unterhalb des Vorjahres. Das sind rund 2,92 Milliarden Euro.
Nintendo möchte weiterhin die Attraktivität der Switch steigern und peilt an, dass mehrere Geräte pro Haushalt verkauft werden können. Neue Games, Aktionen und zusätzliche Angebote sind geplant, dazu gehören "The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom" im Mai und "Pikmin 4" im Juli sowie Erweiterungen für "Pokémon Karmesin" und "Pokémon Purpur". "Auch andere Software-Publisher planen die Veröffentlichung einer Vielzahl von Titeln, und wir werden daran arbeiten, die Plattform zu beleben, indem wir die bestehenden Titel mit einem kontinuierlichen Strom neuer Titel und Zusatzinhalte versorgen", heißt es weiter. Im laufenden Geschäftsjahr möchte Nintendo insgesamt 15 Millionen Switch-Units und 180 Millionen Games verkaufen. Dennoch zeigt sich in den prognostizierten Absatzzahlen und dem eher verhaltenen Software-Line-up, dass die Switch, die 2017 veröffentlicht wurde, sich langsamer aber sicher dem Ende des Produktlebenszyklus nähert. Angaben zur nächsten Konsole oder einer überarbeiteten Switch-Version machte Nintendo, wie gewohnt, nicht - auch nicht auf der Investorenkonferenz mit Präsident Shuntaro Furukawa.
Der Super Mario Bros. Film, der im April 2023 in den Kinos anlief und weltweit überaus erfolgreich läuft, sieht Nintendo als Möglichkeit, die Bekanntheit der eigenen Marken zu stärken und das Publikum zu vergrößern, wovon das Kerngeschäft mit Konsolen und Games profitieren soll. Der Umsatz im laufenden Geschäftsjahr wird auf 1,450 Billionen Yen geschätzt, ein Rückgang von 9,5 Prozent. Der Nettogewinn soll rund 21,4 Prozent niedriger ausfallen.
Top 10 Bestseller: First-Party-Titel für Switch 1. "Mario Kart 8 Deluxe" - 53,79 Millionen (2017) 2. "Animal Crossing: New Horizons" - 42,21 Millionen (2020) 3. "Super Smash Bros. Ultimate" - 31,09 Millionen (2018) 4. "The Legend of Zelda: Breath of the Wild" - 29,81 Millionen (2017) 5. "Pokemon Schwert und Schild" - 25,82 Millionen (2019) 6. "Super Mario Odyssey" - 25,76 Millionen (2017) 7. "Pokemon Karmesin und Purpur" - 22,10 Millionen (2022) 8. "Super Mario Party" - 19,14 Millionen (2018) 9. "New Super Mario Bros. U Deluxe" - 15,41 Millionen (2019) 10. "Ring Fit Adventure" - 15,38 Millionen (2019)