Zur Sache: Daniel Hess, Microsoft Schweiz
Auch in der Schweiz ist am 14. März Xbox-Tag. Über die geplanten Marketingaktivitäten sprach GamesMarkt.de mit Daniel Hess, Marketing Manager und "Minister of Play" Microsoft Schweiz, der für das Xbox-Geschäft in der gesamten Schweiz zuständig ist.
GM: Wie viele Leute bei Microsoft Schweiz kümmern sich um die Xbox?
Daniel Hess: Die kleine Xbox-Crew von zwei Personen ist eingebettet in Microsofts Home- und Retail-Division. Diese umfasst zwölf Personen für Product-Marketing sowie Verkauf und Beziehungspflege zu unseren Retailkunden. Momentan arbeiten wir alle größtenteils an der Markteinführung von Xbox. Microsoft setzt dabei auf bestehende Systeme und Menschen. Das heißt, dass Services wie Personal, Finanzen, Infrastruktur, General- und Account-Management aus den bestehenden Ressourcen entnommen werden und für Marketing und Game-Know-how zwei frische Leute eingestellt worden sind.
"Der Ferrari unter den Konsolen
GM: Wie sehen die geplanten Marketingaktivitäten in der Schweiz aus?
Hess: Bei der Markteinführung von Xbox konzentrieren wir uns auf die folgenden Aktivitäten: Erstens: Sicherstellen, dass unsere Kernzielgruppe Xbox im Schweizer Retailkanal findet; das heißt, zusammen mit den wichtigsten Retailern einen frischen und begeisternden Auftritt am Point of Sale sichern. Zweitens: Kreieren von Begeisterung rund um den 14. März bei unseren Kernzielgruppen und in der breiten Schweizer Öffentlichkeit. Dabei fokussieren wir uns sehr stark auf das sensationelle Xbox-Games-Line-up und versuchen, die immer größer werdende Gamergemeinde in der Schweiz zu verblüffen. Drittens steigt Microsoft neu ins Konsolenbusiness ein. Dabei haben wir gelernt, dass der Unterhaltungscharakter sämtlicher Aktivitäten enorm wichtig ist. Das heißt, wir werden schon vor dem Launch möglichst vielen Gamerinnen und Gamern die Möglichkeit geben, Xbox zu spielen, damit diese den Unterschied am eigenen Leibe erleben können.
GM: Welche Firmen/Agenturen hat Microsoft in der Schweiz beauftragt, um die Xbox ins rechte Licht zu rücken?
Hess: Für die Public Relations ist PRFact AG in Zürich zuständig. Den Bereich Media übernimmt Universal McCann in Genf. Das Field-Marketing wird vom CPM Promotion Center in Zürich betreut. Mit dem Guerilla-Marketing wurde Vogel Szenenmarketing, Zürich, beauftragt. Und Events werden von Worldspan in Glattbrugg organisiert.
GM: Welche speziellen Xbox-Events hat Microsoft in der Schweiz bereits durchgeführt bzw. welche sind in naher Zukunft geplant? Was gedenkt Microsoft in der Schweiz generell zu unternehmen, um die Xbox in den Köpfen der helvetischen Gamer als Dauergast auftreten zu lassen?
Hess: Einerseits sind da die XSP-Programme. Es ist uns sehr wichtig, dass die Verkäufer an der Front von Xbox begeistert sind. Wir tun sehr viel, um unseren Advokaten am Verkaufspunkt den Unterschied zu Bestehendem aufzuzeigen und sie zu begeistern. So gaben wir zum Beispiel vor dem US-Launch über 400 Verkäufern die Möglichkeit, auf den ersten beiden Xboxen in der Schweiz zu spielen. Diese machten dankend Gebrauch von der Gelegenheit. Andererseits ist auch die XLounge im Herzen von Zürich und Lausanne ein wichtiges Instrument in unserem Eventbereich. "Komm zu Xbox und spiel den Unterschied" lautet die Devise. Und zwar für Retailpartner, Journalisten, und Spielenthusiasten gleichermaßen - aus allen Ecken der Schweiz pilgern diese in die XLounge: In zwei technisch hoch gerüsteten Räumen mit Flatscreens und Dolby Digtital 5.1-Sound können sämtliche verfügbaren Xbox-Titel getestet werden. Ergänzend zur XLounge haben wir den Xgauer. Nach dem Motto "Xbox kommt zu Dir und zeigt Dir den Unterschied" besuchen wir mit dieser mobilen Einheit verschiedene Events wie LAN-Parties sowie Snowboard-Contests und führen Promotions mit Retailpartnern in der ganzen Schweiz durch. Der Xgauer bietet für bis zu vier SpielerInnen mit edlen Innen- und Außenplasmabildschirmen, einer fetzigen Dolby Surround-Soundanlage, Standheizung und Stromgenerator maximalen Spielspaß. Außerdem kann er auch jederzeit von allen Medien- und Retailpartnern unter www.xbox-session.ch gebucht werden. Zudem gehört Printwrbung mit einer stark fokussierten Printkampagne, die mit maximalem Involvement unsere Kernzielgruppe anvisiert, genauso dazu wie TV-Werbung, um Excitement in der ganzen Schweiz sicherzustellen. Last but not least gehört auch das Guerilla-Marketing dazu; was dort genau geplant ist, kann ich momentan noch nicht verraten - stay tuned!
GM: Wie unterscheidet sich der schweizerische Markt vom deutschen respektive österreichischen? Sind angepasste Werbemaßnahmen überhaupt notwendig?
Hess: Auf jeden Fall. Jeder Markt ist anders. Xbox wird am 14. März in 16 europäischen Märkten eingeführt. Jedes Land hat seine Gegebenheiten und Kultur. In der Schweiz kümmern wir uns enorm stark um die so genannten Hardcore- oder, in unseren Termini, "Committed Gamers" und um ausgewählte Szenen. Wir möchten uns zuerst mit fantastischen Games in deren Herzen spielen und zeigen, was für eine großartige Plattform Xbox für Spieler und Spielentwickler darstellt; was mit einem Launchportfolio von mindestens 17 Titeln wie "Halo", "Project Gotham Racing", "Dead Or Alive 3" und "Oddworld: Munch's Oddysee" gelingen sollte. Zudem werden einzelne Titel anders gewichtet. "Amped" ist für Schweizer Snowboarder ein Muss. Die Affinität der Schweizer Bevölkerung zum Wintersport ist höher als zum Beispiel in Belgien. Aus diesem Grund konzentrieren wir uns gerade beim Launch auf diese Xbox-Titel, da sie die Butter auf dem Brot sind. Wir sind auch sicher, dass die Racing-Gemeinde mit "RalliSport" und "Project Gotham Racing" zwei "Schmankerl" erster Güte ins Haus geliefert bekommt, ONLY ONE XBOX!
GM: Wie möchten Sie die Xbox in der Schweiz positionieren?
Hess: Xbox wird die interaktive Unterhaltung grundlegend verändern. Durch die Neuartigkeit der Xbox werden auch neue Zielgruppen erschlossen, die sich bis dahin nicht mit der Materie Videospiele auseinander gesetzt haben. Daran ändert sich in der Schweiz nicht viel. Außer vielleicht, dass wir Schweizer beispielsweise im Vergleich zu den Engländern kein Volk von Spielern sind. Unsere Wurzeln sind anders. Aus diesem Grund werden wir versuchen, auf spielerische Art und Weise zusätzliche Potenziale von Spielern in der Schweiz zu gewinnen. Das spielerische Element und die Tatsache, dass Xbox-Games perfekt geeignet sind, um gemeinsam zu spielen - zum Beispiel im Team die Aliens in Halo jagen oder zusammen in Project Gotham Racing durch die Straßen von London donnern -, wird auch das schweizerische Publikum überzeugen. Zu diesem Zweck werden wir versuchen, in allen Aspekten unsere Kommunikation und unser Handeln einzubauen.
GM: Welche Vertriebsmodelle streben Sie für den schweizerischen Markt an. Wie sehen diese aus?
Hess: In der Schweiz haben wir zwei Distributoren, die das Xbox-Videospielsystem, die zahlreichen Peripheriegeräte und die fantastischen Games voller Enthusiasmus in den Schweizer Retailkanal hineintragen werden. Dazu gehören die ABC Software AG in Sennwald und die Thali AG in Hitzkirch.
GM: In den ersten drei Monaten plant Microsoft, in Europa 1,5 Millionen Xbox-Konsolen auszuliefern. Wie viele Xbox-Konsolen werden am 14. März 2002 in der Schweiz im Handel erhältlich sein?
Hess: Microsoft veröffentlicht keine länderspezifischen Zahlen von einzelnen Produkten. Wir gehen aber davon aus, dass wir in der Schweiz in den ersten vier Monaten etwa gleich viel Xbox-Videospielsysteme verkaufen werden, wie Sony das mit der PlayStation 2 in einer vergleichbaren Zeitperiode getan hat.
GM: Wo werden die Xbox-Konsolen für den schweizerischen Markt gefertigt?
Hess: Flextronics heißt unser Partner, der in zwei Werken, die sich in Mexiko und Ungarn befinden, das Assembling der zahlreichen Einzelteile ausführt. Die Schweizer Videospielsysteme werden im Werk in Ungarn produziert. Das ermöglicht eine sehr flexible Distribution, was heißt, dass innerhalb von 48 Stunden Nachlieferungen an jede Destination in Europa sichergestellt werden können. Xbox ist das erste Videospielsystem, das in Europa für den europäischen Markt hergestellt wird.
GM: Was gedenken Sie gegen die erfolgreiche PlayStation 2-Invasion zu tun, die auch in der Schweiz zur Folge hatte, dass über eine Million Konsolen an die Frau beziehungsweise den Mann gebracht werden konnten?
Hess: Sony, als Hardwareunternehmen, verfolgt mit PlayStation eine Massenstrategie und sucht auf jeden Fall das breite Zielpublikum. Microsoft ist neu in diesem Markt. Was wir wollen, ist die beste Plattform für Videogames bereitzustellen, denn Xbox ist der Ferrari unter den Videospielsystemen.
GM: Neben der PlayStation 2 von Sony steigt ab 3. Mai dieses Jahres auch in Europa noch ein dritter Kontrahent in den Ring. Wie wird Microsoft in der Schweiz dem GameCube begegnen? Sehen Sie Nintendo als echten Xbox-Konkurrenten?
Hess: Nintendo hat die Videospielbranche enorm weiter gebracht und sich im Kinder-Segment eine treue Fangemeinde erarbeitet.
GM: Wie weit hat Bill Gates Einblick in die Werbestrategien in den einzelnen Ländern, konkret in der Schweiz? Können Sie uns darüber etwas erzählen?
Hess: Bill Gates hat keinen Einblick in unsere Aktivitäten. Er war zwar letzte Woche in Zürich und hat seine Begeisterung für Xbox ausgedrückt, aber ich habe mit ihm keine Anzeigenlayouts besprochen.
GM: Die europaweite Xbox-Kampagne "Play More" kommt frech und spritzig daher und nimmt kein Blatt vor den Mund. Welche werbetechnischen Überlegungen verbergen sich hinter dieser Kampagne? Was halten Sie persönlich von der "Play More"-Kampagne?
Hess: Als Minister of Play find ich die Kampagne bis jetzt einen Hammer! Und warten Sie ab, was noch kommen wird...
GM: Was sind die größten Vorteile und Stärken der Xbox?
Hess: Xbox verfügt als einziges Videospielsystem über eine eingebaute Festplatte ab Werk. Die Festplatte ermöglicht das Abspeichern von ganzen Szenerien. Damit ist das Gameplay ohne Unterbruch durch Ladesequenzen genießbar und macht viel mehr Spaß. In "Amped" werden ganze Landschaften auf der Festplatte gespeichert, ohne zusätzliche Ladesequenzen. Xbox verfügt über mehr als die doppelte Grafikleistungsfähigkeit jedes vergleichbaren anderen Systems. Xbox-Grafiken sind realistischer und warten mit erstaunlichen Schatten, Lichteffekten und Texturen auf. Überdies ist Xbox bereit für Onlinegaming mit Breitbandtechnologie. Ohne zusätzliches Investment ist Xbox, dank eingebauter Festplatte und einem Ethernet-Port ab Fabrik, bereit für Onlinegaming!
GM: Welches ist Ihr persönliches Lieblingsspiel auf der Xbox?
Hess: "Halo", weil es noch nie einen so starken First Person Shooter mit solch einer Weltklassegrafik auf einer Konsole gegeben hat. Wollen wir spielen?
GM: Wir danken für das Gespräch