Die Einkaufskooperation Ruefach beging am 5. November ihr 25jähriges Bestehen. Geschäftsführer Dr. Karl Bernhard Hillen lud die Kommanditisten zu einer Feierstunde ins Ulmer Stadthaus. Entertainment Markt war dabei.

Am 30. Oktober 1974 setzten 39 süddeutsche Fachhändler in Ulm ihre Unterschrift unter den Gesellschaftervertrag. Das war die Geburtsstunde der Ruefach. In einer Feierstunde im Ulmer Stadthaus ehrte GF Hillen auch die 14 noch aktiven Gründungsgesellschafter. "Handel, das ist auf der einen Seite Vision und auf der anderen Seite Liebe zum De-tail", sagte Hillen im Rahmen der Veranstaltung. Er betonte, daß gerade der Facheinzelhandel vom Trend zur Individualisierung profitieren sollte, denn der kompetente und informierte Anbieter könne "die individuellen Bedürfnisse der Menschen vor Ort erfüllen".

Hillen und Beiratsvorsitzender Ingo Granderath betonten in ihren Ansprachen die Bedeutung der Einkaufskooperation für das Überleben des Einzelhandels und die gemeinsame Zukunftssicherung: "Der ursprüngliche Einkaufsverbund hat sich längst zu einer serviceintensiven Zentrale gewandelt", so Hillen, der in diesem Zusammenhang die Bedeutung der beiden Marketingkonzepte "Master's" und "Willkommen bei Freunden" hervorhob. An diesen Konzepten nehmen inzwischen rund 1200 Gesellschafter teil, die von der Ulmer Zentrale zusätzliche Unterstützung durch Werbeangebote in Form von Beilegern und Plakaten erhalten. Fürs laufende Geschäftsjahr prognostiziert Hillen trotz der angespannten Situation im Handel ein Umsatzplus von zwei bis drei Prozent auf rund 3,1 Mrd. Mark nach Endverbraucherpreisen und rund 1,5 Mrd. im Binnengeschäft nach Einkaufspreisen ohne Mehrwertsteuer. Den Hauptanteil daran tragen die Sortimente Computerhardware und Telekommunikation. Im Bereich der Tonträger erwartet Ruefach, daß Vorjahresergebnis halten zu können. CDs und Videos führen mehr als 230 Händler, davon nehmen 44 an dem Vermarktungskonzept "MusicStore" teil, das die Zentrale unter anderem mit einem eige-nen Werbebeileger unterstützt.

Ein vergleichbares Konzept für PC- und Videospiele gibt es bei Ruefach noch nicht, aber die Zentrale arbeitet an einer Lösung. Insgesamt 150 bis 200 Händler beteiligen sich regelmäßig an den Werbeaktivitäten der Zentrale für Games. Das Sortiment führen indes viel mehr: Rund 600 haben Konsolen im Programm, 250 bis 300 PC-Games. "Unser Ergebnis mit Unterhaltungssoftware hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich verbessert", sagt Martin Mayer, Warenbereichsleiter Multimedia und PC bei Ruefach. Während die Ruefach nach '98 zum zweiten Mal einen Rückgang bei der Zahl der Gesellschafter verzeichnete, blieb die Zahl der Tonträger- und Gameshändler konstant. Hier gleichen die Zugänge die Abgänge aus.

Geschäftsführer Hillen rechnet dagegen zum Jahresende insgesamt mit nur mehr gut 2300 Kommanditisten im Vergleich zu rund 2400 Mitgliedern im Dezember '98. Er bezifferte die Zahl der Händler, die aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten ihr Geschäft aufgeben müßten, auf 30 bis 40 Prozent. Große Hoffnungen setzt Hillen auf die Entwicklung bei der DVD. Dieses Format stehe "auch in Deutschland vor dem Durchbruch. In diesem Bereich wachsen die Umsätze schneller als seinerzeit bei CDs und Videos.'

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