Apple diskutiert Zukunft des PC
Apple lud zum Pressegespräch in seine Münchner Niederlassung. Thema des Roundtables: "Die Zukunft des PC". Selbst glaubt der Mac-Hersteller nicht an ein vorzeitiges Ende, ganz im Gegenteil: Apple machte sich sogar auf, eigene Zukunftsvisionen zu präsentieren.
Gastgeber des Pressegesprächs im Feldkirchner Office von Apple Deutschland war Geschäftsführer Frank Steinhoff. In seinem etwa halbstündigen Referat ließ der GF die Historie des Personal Computers aus seiner Sicht Revue passieren. Vier Zeitphasen machte Steinhoff dabei aus. 1976 bis 1979: die prähistorische Phase mit dem Personal Computer als "Hobby für Bastler und Schrauber". Es folgt die Zeitspanne 1980 bis 1994 mit dem Stichwort "Produktivität": Neue Anwendungen und Lösungen lassen neue Kaufanreize entstehen. Das Internet steht als Überschrift für die Jahre 1995 bis 2000: Der PC wird zur universalen Kommunikationsmaschine erweitert (Telefon, Fax, Online etc.). In der Gegenwart angekommen, folgt laut Steinhoff der radikale Schnitt: Unter dem Eindruck der Wachstumsschwäche der PC-Industrie und dem anhaltenden Boom anderer Userplattformen wird dem Personal Computer an sich - wieder einmal - ein baldiges Ende vorausgesagt. Aber, Steinhoff zitiert Steve Jobs, den CEO von Apple, "der PC ist nicht tot. Er entwickelt sich weiter." Die Frage, die sich ein Hersteller nun selbst zu stellen habe, sei: Warum sollte sich ein Kunde im Moment einen neuen PC kaufen? Die Antwort bestehe aus verschiedenen Teilaspekten, die ein PC-Hersteller zu berücksichtigen habe.
Erstens: Einfache Bedienbarkeit. Einschalten, einstöpseln und loslegen, heiße die Devise. Die Benutzeroberfläche müsse intuitiv sein, Lösungen für populäre Anwendungen optimal zugeschnitten und Treiber/Updates müssten sich selbsttätig installieren.
Zweitens: Anschlussfreudigkeit. Der PC macht sich unentbehrlich, wenn es darum geht, beispielweise Daten von PDAs, Digitalkameras und MP3-Player weiterzuverarbeiten.
Drittens: Ein ansprechendes Design. Die Integration in den Alltag gelingt nur über ein ansprechendes Design. Ein Computer müsse schon in seinem Äußeren das Lebensgefühl des Anwenders widerspiegeln, sozusagen "Wohnzimmerqualitäten" entwickeln.
Die Zauberformel heißt für Apple, den PC zu dem zu machen, "was er schon von Anfang an sein wollte": ein alltagstauglicher, unkomplizierter Gebrauchsgegenstand für jedermann, der helfe, den zunehmend digitalen Lebensstil zu organisieren. Entsprechend definiert Frank Steinhoff die Überschrift für die Jahre 2001 folgendermaßen: Digital Lifestyle.