BMS weiter in französischer Hand
BMS Modern Games hat einen neuen Mehrheitseigner. Nach der Pleite von Cryo Interactive hat sich die französische Emme-Gruppe an dem deutschen Unternehmen beteiligt. BMS-GF Jochen Schmitz kündigte den Ausbau des Publishinggeschäfts an.
BMS Modern Games bleibt mehrheitlich in französischer Hand. Nach dem Aus für den einstigen Mehrheitseigner Cryo Interactive steht nun die Emme-Gruppe als neuer Partner fest. Die Franzosen haben den früheren Cryo-Anteil in Höhe von 60 Prozent übernommen. Die übrigen 40 Prozent verbleiben weiterhin im Besitz der BMS-Geschäftsführung.
Emme S.A. ist neuer Partner
"Die Beteiligung von Emme ermöglicht uns, neben unserem bisherigen Kerngeschäft Distribution auch den Bereich Publishing auszubauen", kündigte Jochen Schmitz, Managing Director von BMS, bei Bekanntgabe der Anteilsübernahme an. In der Tat ist die Emme-Gruppe ein international führender Player im Softwaremarkt, mit Schwerpunkt auf Info- & Edutainment. Neben ihrem Heimatmarkt tritt die in Frankreich börsennotierte Gruppe auch in den Niederlanden, in Belgien (Médiamix), in Spanien (Wings) und in Großbritannien (GSP) auf. Seit diesem Jahr unterhält der Konzern mit GSP Nord America auch eine Niederlassung in den USA. Der Anteilserwerb an Modern Games ermögliche Emme nun den direkten Zugang auf den deutschen Markt.
Die Erwartungen der Franzosen sind dabei hoch gesteckt: Bereits im ersten Jahr soll über BMS ein Umsatz in Höhe von 4,5 Mio. Euro realisiert werden. Die Inhouse-Planungen von BMS belaufen sich laut Jochen Schmitz ohne Emme-Portfolio derzeit noch auf rund drei Mio. Euro. Der Produktkatalog von Emme besteht laut eigenen Aussagen aus mehr als 1000 PC- und DVD-Titeln. Modern Games werde neben der bereits bestehenden Funktion als Distributor für vorhandene Geschäftspartner jetzt auch die aktuellen Titel der Emme-Gruppe sowie den Backkatalog in Deutschland und Österreich veröffentlichen. Noch für November stünde eine erste Auswertung von 17 Titeln aus dem Backkatalog an.
Des Weiteren wolle Jochen Schmitz erst einmal das umfangreiche Sortiment aus Frankreich sichten und die Marktchancen abschätzen. Nächste Emme-Titel sollen dann ab Februar 2003 folgen. Mit BMS als Fundament will Emme jetzt vor allem den Spielesektor verstärkt angehen. In Verhandlung stünde man unter anderem über das ehemalige Cryo-Portfolio, wobei insbesondere der Backkatalog von Interesse sei. In naher Zukunft seien im Bereich Games zudem auch Umsetzungen für die PlayStation-Spielekonsolen vorgesehen.