CDV: "Finanzsituation hat sich signifikant verbessert"
CDV hat für das 1. Quartal 2004 wieder eine positive Bilanz vorgelegt. MCVgamesmarkt fragte bei CFO und COO Christoph Syring nach, ob der Karlsruher Publisher die Durststrecke überwunden hat.
CDV hat für das 1. Quartal 2004 eine positive Bilanz vorlegen können. Ist der Turnaround damit endgültig geschafft?
Christoph Syring: Ich finde es schwierig, den Abschluss eines Turnaround zeitlich genau festzulegen. Sicher ist: Die aktuelle Finanzsituation hat sich signifikant verbessert, und die gestraffte Produktpipeline lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken. Das Thema Liquidität ist zwar, wenn man so will, nach wie vor unser Sorgenkind, von einer den Bestand des Unternehmens gefährdenden Situation wie noch im letzten Jahr kann allerdings nicht mehr die Rede sein. Sollten wir in die Nähe der für den Toptitel "Codename: Panzers" geplanten Umsätze kommen, sollte dieses Thema für das zweite Halbjahr vom Tisch sein. Die bisherigen, durchweg positiven Bewertungen durch die Fachpresse und die Reaktion des Einzelhandels (Erstauslieferung: rund 90.000 Stück in Deutschland; Anm. d. Red.) stimmen uns zuversichtlich, die geplanten Größen zu erreichen. Mit "Cossacks II" steht zudem im Herbst dieses Jahres das Sequel unseres Blockbusters "Cossacks" zur Veröffentlichung an, mit dem wir die Erfolgsgeschichte der "Cossacks"-Reihe sicherlich fortführen werden.
Welche Restrukturierung hat es im Einzelnen gegeben? Wie tief war der Einschnitt für CDV?
Syring: Die Einschnitte waren teilweise sehr tief. Der im Hinblick auf weit höhere Umsätze aufgebaute Mitarbeiterstamm musste kurzfristig an die tatsächliche Umsatzentwicklung angepasst werden, ca. 70 Mitarbeiter wurden entlassen. Die Maßnahmen der Restrukturierung beinhalteten neben der Ausrichtung der Organisation auf die Kernfunktionen auch die Straffung des Portfolios der in der Entwicklung befindlichen Produkte.
CDV hat in den vergangenen Monaten verschiedene Spieleprojekte eingestellt. Ist ein konstanter Nachschub an Produkten gesichert?
Durch die Einstellung verschiedener, aus unserer Sicht nicht mehr Erfolg versprechender Projekte ist keine Lücke in der Produktplanung entstanden. Nach dem bisherigen Verlauf der Entwicklung bei diesen Projekten hätte man ohnehin weitere Verzögerungen in Kauf nehmen müssen - ohne die Sicherheit eines zufrieden stellenden Ergebnisses. Die gestraffte Produktpipeline richtet sich nun verstärkt am konsequenten Aufbau und der Vermarktung von Titeln und Produktlinien aus. Darüber hinaus sind wir natürlich in der Lage, die Zeiträume zwischen den Releases der Topprodukte mit Add-ons, Product Bundles und kleineren Titeln sinnvoll zu füllen.
Mit welcher finanziellen Entwicklung rechnen Sie in den kommenden Monaten?
Syring: Nachdem wir in den ersten drei Monaten beweisen konnten, dass wir aufgrund der deutlich schlankeren Kostenstruktur in der Lage sind, auch bei geringeren Umsätzen Gewinne zu erwirtschaften, und die Aussichten auf "Codename: Panzers" auch äußerst viel versprechend sind, glauben wir in den nächsten Monaten an wachsende Umsätze und damit an eine deutliche Verbesserung der Liquidität. Ich möchte mich ungern auf eine Zahl festlegen, gehe aber davon aus, dass wir im Vergleich zum Vorjahr eine Umsatzsteigerung erzielen und das Geschäftsjahr 2004 in jedem Fall positiv abschließen werden.