Chapek: Formatstreit gefährdet HD-Zukunft
Der Konkurrenzkampf zwischen den Next-Generation-Formaten HD-DVD und Blu-ray verwirrt die Konsumenten zunehmend und gefährdet eine erfolgreiche Markteinführung des DVD-Nachfolgers, sagte Buena-Vista-Präsident Bob Chapek auf der North American DVD Forum Conference.
Der Konkurrenzkampf zwischen den Next-Generation-Formaten HD-DVD und Blu-ray verwirrt die Konsumenten zunehmend und gefährdet eine erfolgreiche Markteinführung des DVD-Nachfolgers, sagte Buena-Vista-Präsident Bob Chapek auf der North American DVD Forum Conference, die am 26. Oktober in Los Angeles stattfand. 30 Mio. Haushalte könnten bis 2006 HD-kompatibel sein - die Industrie müsse dann jedoch dem Konsumenten entgegenkommen, der orientierungslos, aber "hungrig nach High-Definition-DVD-Playern" sei. Nur wenige Verbraucher seien technikaffine Early Adopters, der Rest könnte durch das Formatwirrwarr entmutigt werden und sich anderen HD-Technologien wie Kabel- oder Satelliten-TV zuwenden, fürchtet Chapek. "Vielleicht sollten wir uns nicht fragen, wie groß unser Stück vom Kuchen sein wird, sondern wie groß der Kuchen generell ausfallen könnte", lautete sein Resümee.
Warren Lieberfarb, ehemals Chef von Warner Home Video und erklärter Anhänger des HD-DVD-Formats, mahnte eine schnelle Entscheidung an. "Auf 2005 zu warten, um sich für ein Format zu entscheiden, bedeutet, dass das Produkt nicht vor 2007 für den Massenmarkt tauglich ist", so Lieberfarb. Dann aber sei die Industrie mit niedrigsten Preisen für normale DVDs, weiterentwickelten Pirateriemethoden und jeder Menge HDTV-Sets in den Haushalten konfrontiert. Um dieses Szenario zu verhindern, müsse der Eintritt der High-Definition-DVD in den Massenmarkt spätestens 2006 stattfinden. Bob Chapek forderte unabhängig vom Format eine gezieltere Aufklärung der Konsumenten ein. "Es ist wichtig, die Menschen davon zu überzeugen, dass jedes HD-Format etwas ist, was sie haben wollen", so Chapek. Der Formatkrieg werde an der Marketingfront entschieden.