Codemasters hat ambitionierte Pläne
Codemasters verdoppelt 2000 Umsatz und Marktanteil und setzt künftig verstärkt auf den Vertrieb von Fremdlabels. Gleichzeitig wagt sich der Publisher auf neues Terrain und deckt mit kommenden Titeln neue Genres ab.
2000 war ein erfolgreiches Jahr für Codemasters, sowohl international wie auch in Deutschland. Dies ließ Markus Wiedemann, General Manager von Codemasters Deutschland, während einer Pressekonferenz verlauten. International seien vor allem die Gründung einer eigenen WAP-Division, der Erwerb der Xbox-Lizenz, der Aufbau des Onlinenetworks und die Gründung neuer Niederlassungen, insbesondere in New York, zu nennen. Für die deutsche Niederlassung seien der Start des Direktvertriebs mit 100-prozentiger Abdeckung sowie die Restrukturierung der Marketingabteilung die Meilensteine 2000 gewesen. Positives berichtete Wiedemann auch hinsichtlich des Geschäfts. Der Markt sei zwar von April bis Oktober deutlich rückläufig gewesen, "er hat jedoch im Weihnachtsgeschäft erstaunlich massiv angezogen", beschreibt Wiedemann den Wendepunkt.
Nach eigenen Angaben konnte Codemasters Deutschland seinen Umsatz im vergangenen Jahr auf rund 18 Mio. Mark verdoppeln. Mit den Erlösen in Österreich und der Schweiz kommt Wiedemann sogar auf einen Umsatz von 25 Mio. Mark. Auf Grund der Marktentwicklung bedeute die positive Bilanz auch, dass sich der Marktanteil von Codemasters in Deutschland mehr als verdoppelt habe. Doch auch in diesem Jahr will das Unternehmen viel erreichen. Der Umsatz soll erneut verdoppelt werden, Wiedemann hat das Ziel klar definiert. Um dies zu erreichen, will Codemasters verschiedene Wege gehen. So soll beispielsweise die Vertriebsmannschaft in Deutschland weiter aufgestockt werden. Ein zusätzliches Vorhaben ist der Vertrieb von Fremdlabels. Mit dem Zubehörhersteller Radica ("Gamestar") konnte Wiedemann bereits einen ersten Namen nennen. Zwei bis drei weitere Firmen sollen in den nächsten Monaten hinzukommen. Doch auch im Spielesegment wagt sich Codemasters auf neues Terrain. So sollen 2001 mehrere Titel erscheinen, die nicht unbedingt den "klassischen" Genres von Codemasters entsprechen. Insbesondere auf "Severance" der spanischen Rebel Act Studios und "Operation Flashpoint" von der tschechischen Firma Bohemia Interactive legt Codemasters Wert. Vertreter beider Firmen waren anwesend, um Fragen zu den Titeln detailliert zu beantworten. Beide Maßnahmen zum Wachstum gehen bei Codemasters Hand in Hand. Laut Wiedemann hat die Firma keine Ambitionen, Entwicklerstudios zuzukaufen. Codemasters setzt auf internes Wachstum und intensive Partnerschaften mit externen Entwicklern.