Das war 2002 - Ein Jahr im Zeichen des X
2002 war turbulent, so viel ist sicher. Ob Konsolenlaunches, Preiskriege, Insolvenzwelle oder GC - Games Convention. Bestimmende Themen und Diskussionsbedarf gab es genug. GamesMarkt.de fasst alle wichtigen Ereignisse zusammen und blickt zurück auf 2002.
Januar
Das allseits befürchtete Chaos bei der Einführung des Euros bleibt aus. Bereits am zweiten Verkaufstag bezahlt laut HDE die Hälfte aller Käufer mit der neuen Währung. Trends 2003 - Für die Geschäftsführer der Publisher stehen die drei wichtigsten Themen des Jahres fest: Xbox, GameCube und GC - GamesConvention. Die Interactive Software Federation (ISFE), der europäische Dachverband der Unterhaltungssoftwareindustrie, konstituiert sich neu. Schon im Vorfeld der Spielwarenmesse zeichnet sich ein Erfolg ab: Trotz der GC - Games Convention werden mehr als 30 Interactive-Aussteller in Nürnberg sein
Februar
Das Stuttgarter Unternehmen eJay muss Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Microsoft startet seine große Werbekampagne zum Xbox-Launch. Nintendo nennt auf der Nürnberger Spielwarenmesse Details zum europäischen GameCube-Start: Der Würfel soll am 3. Mai für 249 Euro in den Handel kommen. Monate vor der Games Convention ist das Business Center zu mehr als der Hälfte gebucht. GamesMarkt.de feiert sein einjähriges Jubiläum. SCED startet eine Werbeoffensive und führt die "Platinum"-Reihe für PlayStation 2 ein. Ascaron entgeht dank der finanziellen Hilfe eines Medienunternehmers knapp dem Konkurs. Im Zuge des bevorstehenden Xbox-Launches erscheint das große Xbox-Special von GamesMarkt.de
März
Der VUD legt die Zahlen für 2001 vor: Der Umsatz ist um fünf Prozent gesunken. Vor allem der Konsolenmarkt verliert. Das Bundeskartellamt überprüft das "AR"-Konzept von SCED, die Firma kündigt vorsorglich alle Verträge. Microsoft Xbox debütiert in Japan. Der Start wird als "verhalten" bewertet. Beim Start der Xbox kommt es zu einem Preiskrieg. Statt 479 Euro wird sie vereinzelt für nur 299 Euro verkauft. Die Deutsche Messe erwägt nach einem Eklat zwischen Microsoft und Sony Veränderungen am CeBit-Konzept. Von Konamis "Metal Gear Solid 2" werden 70.000 Units in zwei Tagen verkauft.
April
Das Bundeskartellamt beendet die Überprüfung des "AR"-Konzepts von SCED. Nach Angaben von Sony sind nur "kleine Feinjustierungen" notwendig. Ingram Micro steigt mit Theo Kranz als Verantwortlichem in das Spielegeschäft ein. Eidos kündigt ein neues "Lara Croft"-Abenteur exklusiv für PS2 an. SCED erreicht mit 312 Mio. Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2001/2002 einen neuen Rekord. Eine Handelsumfrage von GamesMarkt.de ergibt schleppende Verkäufe des GBA. Der GVU gelingt ein Schlag gegen Softwarepiraten, zwei Personen werden festgenommen, der Schaden geht in die Millionen. GamesMarkt.de bereitet den Handel mit dem GameCube-Special auf den Start der neuen Nintendo-Konsole vor.
Mai
Am 26. April erschießt der 19-jährige Robert Steinhäuser im Erfurter Gutenberg Gymnasium 16 Menschen und richtet sich anschließend selbst. In der Öffentlichkeit wird die Spielebranche mitverantwortlich gemacht und heftig kritisiert. Microsoft verkauft Xbox für 299 Euro, Nintendo senkt den Preis des GCN noch vor dem Start auf 199 Euro. Die Debatte über die Gewaltdarstellung in Spielen führt zu einem neuen Jugendschutzgesetzt. In den USA kommt es vor der E3 zu einer neuen Preisrunde bei den Konsolen. Bei der Phenomedia AG kommt es zum Super-GAU. Nach bekannt werden von Bilanzfälschungen muss das Unternehmen Insolvenzantrag stellen.
Juni
Die BpjS setzt in der Jugendschutzdebatte ein Zeichen, indem sie das Spiel "Counterstrike" doch nicht indiziert. Führende Politiker äußern heftige Kritik. Der Entwickler TriNodE und der Distributor m8 melden Insolvenz an. Auf der E3 steht bei allen Konsolenanbietern vor allem die Vernetzung von Konsolen im Mittelpunkt. Am 14. Juni verabschiedet der Bundestag das neue Jugendschutzgesetz. Der Bundesgerichtshof erklärt in zwei Urteilen die so genannten Kooplungsangebote für generell zulässig. Die Insolvenzwelle geht weiter: Auch der Publisher A1 Software sowie Entwickler Funatics stehen vor dem Aus.
Juli
Der Gameshandel ist mit dem ersten Geschäftshalbjahr zufrieden. Die neuen Konsolen haben für Nachfrage gesorgt, trotz des holprigen Starts von Microsofts Xbox. Ari Data muss Insolvenzantrag stellen. Nintendo wird sämtliche GameCube-Spiele in Zukunft nur noch mit USK-Siegel ausliefern. Wieder kommt es zu Preiskämpfen im deutschen Handel, betroffen ist diesmal "Warcraft III". Cryo Interactive meldet Insolvenz an. Für BMS, an der Cryo zu 60 Prozent beteiligt ist, hat die Pleite keine negativen Folgen. Die britische ECTS stellt ihr Konzept abermals um und öffnet sich ebenfalls Verbrauchern.
August
Westka muss Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen. Die Konzeptveränderungen der ECTS scheinen Wirkung zu zeigen: Viele englische Headquarters wollen sich beteiligen. Nintendo will im kommenden Jahr nicht mehr auf der Nürnberger Spielwarenmesse ausstellen. Der VUD kritisiert den aktuellen Gesetzentwurf zur Neuregelung des Urheberrechts, da dieser digitale Privatkopien nicht verbietet. Konami kündigt vage den Einstieg in das PC-Business für Anfang 2003 an. Unternehmensberater Ulrich Eggert prognostiziert dem Handel auch weiterhin schwierige Zeiten.
September
SCED bestätigt am Vortag der GC - Games Convention in Leipzig eine Preisreduzierung der PS2 auf 249 Euro. Auch Microsoft senkt den Preis der Xbox auf 249 Euro. Nintendo hält sich aus der Preisrunde heraus. EA erschließt die Vodafone-Shops als Vertriebskanal. Zuvor hat SCED eine Vereinbarung mit der Telekom getroffen. EA erklärt seine 50-50-50-Strategie und wird damit zum Hauptgesprächsthema auf der GC - Games Convention. Die GC - Games Convention übertrifft alle Erwartungen. Die parallel stattfindende ECTS verfehlt ihr Ziel. Noch während der Messe wird ein Termin für die GC im kommenden Jahr genannt.
Oktober
Terratools beantragt Gläubigerschutz. Die rettende Zahlung eines neuen Investors wird durch die Jahrhundertflut zunichte gemacht. Im Vorfeld der Frankfurter Buchmesse zeichnet sich eine weiterhin hohe Beteiligung der Info-/Edutainment-Branche ab. Frankfurt bleibt trotz der GC Haupttreffpunkt für Non-Games-Anbieter. Der VUD legt die Halbjahreszahlen vor: Der Softwareumsatz sinkt deutlich. Auch Westka muss das Geschäft aufgeben. Das "Y-Projekt" wird von ehemaligen Mitarbeitern fortgeführt. Die 80. Saturn-Filiale wird in Deutschland eröffnet. In Sevilla nennt Microsoft Details zum Europastart von "Xbox Live". "Anno 1503" startet in Deutschland und bricht von Beginn an alle Rekorde. Wechsel an EAs-Führungsspitze: Stefan Lampinen wechselt ins weltweite Managment. Sein Nachfolger wird Dr. Jens Uwe Intat.
November
Neue Umsatzzahlen bestätigen Großbritannien als wichtigsten Gamesmarkt in Europa. Deutschland verliert an Boden. Microsoft startet ein umfangreiches Werbepaket, dessen Mittelpunkt das "Mehr an Erlebnis" ist, das die Xbox bietet. Ziel der Kampagne ist es, den wachsenden Vorsprung von SCEDs PS2 aufzuholen. Blackstar stellt Insolvenzantrag. SCED enthüllt seine Onlinepläne für PS2. Der Start ist auf Anfang 2003 festgesetzt. Die EU-Kommission verhängt ein Bußgeld in Höhe von 149 Mio. Euro gegen Nintendo, die Firma will Einspruch erheben. Mit "GTA: Vice City" hat Take 2 Interactive den erwarteten Systemseller für die PS2 vorgelegt. Das Spiel startet weltweit mit Spitzenpositionen in den Charts. Ein erbitterter Zweikampf rund um die Fußball-Manager entbrennt zwischen EA uns Ascaron. Nach einer einstweiligen Verfügung, muss Ascaron "Anstoß 4" wieder aus den Läden nehmen und nachbearbeiten.
Dezember
"Xbox Live" startet in den USA mit akzeptablem Erfolg. In Japan geht Microsoft ebenfalls in die Offensive, um die nicht zufriedenstellenden Verkäufe anzukurbeln. JoWood muss unter den Erwartungen liegende Zahlen vorlegen. Auf der Jahreshauptversammlung werden massive Stellenkürzungen und Standortzusammenlegungen verkündet. SCED möchte wieder in den Spieleverleih einsteigen und präsentiert das neue Verleihkonzept. Mit der hemming AG, Blackstar Interactive und feedback müssen drei weitere Unternehmen vor Jahresende Insolvenz anmelden, hemming stellt Strafanzeige gegen die ehemaligen Vorstände.
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