Deutsche Piratenpartei gegründet
Am vergangenen Wochenende wurde in Berlin ein deutscher Ableger der bereits in mehreren Ländern aktiven Piratenpartei-Bewegung gegründet. Kernforderungen sind die beliebige Reproduktion von Wissen sowie die Wiederherstellung des Datenschutzes.
"Die fundamentale Chance des digitalen Zeitalters ist die Möglichkeit, Information ohne Kosten beliebig zu reproduzieren und zur Verfügung zu stellen", lautet der Eingangssatz des Programms der am vergangenen Wochenende in Berlin gegründeten Piratenpartei Deutschland (PPD). Wie die Vorbildparteien in anderen europäischen Ländern setzt sich die PPD gegen Systeme zum digitalen Rechtekontrollmanagement (DRM) ein. Weitere Schwerpunkte sind die Bereiche Datenschutz und staatliche Überwachungsinstrumente. Nach Meinung der PPD demontiere ein "inszenierter Sicherheitswahn und wirtschaftliche Interessen Einzelner vor den Augen der Bevölkerung das Fundament der freiheitlich, demokratischen Gesellschaft." So wird die "unbedingte Wiederherstellung der Privatsphäre, die Stärkung des Datenschutzes und die Garantie der informationellen Selbstbestimmung" gefordert.
Zum Vorsitzenden der PPD wurde der Informatiker Christof Leng, Diplom-Informatiker und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TU Darmstadt, gewählt. 2009 will man bei der Bundestags- und Europawahl antreten.