Blizzard lässt sich höllisch viel Zeit mit "Diablo 3". Der Entwickler kann es sich leisten. Schließlich setzt er auf Qualität, nicht Tempo!

Es gibt nur wenige Spielemacher, die den viel strapazierten Kreativenwahlspruch "It's done when it's done" (Es ist fertig, wenn's fertig ist) derart zelebrieren wie Blizzard. Und es gibt wahrscheinlich keinen anderen Entwickler, der eine knapp 20-millionenfach verkaufte Spielemarke eine Dekade lang brachliegen lässt, bis es gefühlt die richtige Zeit ist, einen Nachfolger an den Start zu bringen. Blizzard kann sich das erlauben - u.a. dank einer unvergleichlich treuen Fangemeinde, die für die perfekte Blizzard- Unterhaltung gern das eine oder andere Jahr länger wartet.

Wenigstens geht "Diablo III" nun aber ganz offiziell in die Zielgerade: Anfang dieses Jahres erscheint das Spiel, wie Blizzard-Mitgründer Mike Morhaime mitteilte. Seit Ende September läuft der geschlossene Betatest, an dem auch GameShop beteiligt ist - und das mit großem Vergnügen, denn Teil 3 des Actionrollenspiels lässt von der ersten Minute an das typische "Diablo"-Feeling aufkommen, addiert ausgewogene, durchdachte Neuerungen und präsentiert sich in moderner und detailverliebter Optik.

Hölle auf Erden

Die "Diablo III"-Story setzt 20 Jahre nach den Geschehnissen des Vorgängers ein und bringt den Spieler wieder zurück in die düsteren Sphären von Sanktuario. In der Blizzard-eigenen Fantasywelt beginnt vor den Toren von Neutristram (das alte Tristram kennen "Diablo"-Fans bereits) ein vier Akte langes Abenteuer. Ein Meteorit ist in die Kathedrale eingeschlagen, Untote erheben sich, die verschreckten Dorfbewohner fürchten das Ende der Welt - man kann's ihnen ob der apokalyptischen Atmosphäre nicht verdenken. Für den Spieler liefert diese Kulisse natürlich eine perfekte Bühne, erneut über und unter der Erde auf die Jagd nach Monstern und Schätzen zu gehen. Bevor es losgeht, steht allerdings die Charakterwahl an: Wie schon beim Schritt von "Diablo" zu "Diablo II" variiert Blizzard erneut die gebotenen Klassen.

Vom Vorgänger wird nur eine Heldensorte direkt übernommen: der im Nahkampf erprobte und robuste Barbar. Die übrigen vier Klassen sind neu, basieren aber auf klassischen RPG-Rollen und wecken Erinnerungen an die Helden der letzten Episode. Die Story von "Diablo III" entspinnt sich dank diverser selbst ablaufender Events (wenn z.B. mitten im Gespräch mit dem Captain der Stadtwache eine Zombieattacke einsetzt) und der Gespräche mit den facettenreichen Nichtspielercharakteren.

Höllisch gute Angebote

Der Spieler wird in Moore und Katakomben geschickt, wo er Heerscharen von Feinden metzelt und Leichen, Fässer oder Kisten plündert, um Erfahrung, Gold und Ausrüstung zu horten. Neben der Charakterentwicklung ist das,Looten' erneut die Kernaufgabe und größte Motivation des "Diablo"-Spielers. Rüstungsteile, Waffen oder Ringe sind in mehreren Seltenheitsstufen vorhanden. Begehrenswerte und machtvolle Ausrüstung gibt es in "Diablo 3" aber nicht nur als zufälliges Fundstück, verdiente Belohnung oder maßlos überteuerten Ladenhüter - der Spieler kann nun auch selbst Objekte herstellen. In speziellen Player-versus-Player-Arenen dürfen sich "Diablo"-Experten zudem mit menschlichen Gegnern messen, im Rahmen eines offiziellen, angepassten Regelwerks.

Und noch etwas ist neu: der An- und Verkauf von Gegenständen. Statt eBay & Co. das Geschäft zu überlassen, bietet Blizzard ein eigenes Auktionshaus, in dem Objekte von Spielern für In-Game-Gold aber auch bare Münze an- und verkauft werden können. Der Betatest von "Diablo III" macht sehr viel Lust auf mehr und lässt erahnen, wie durchdacht und hochpoliert das von Millionen Spielern ersehnte End-produkt sein wird. Wer bislang noch zweifelte, darf spätestens jetzt versichert sein: "Diablo III" wird das wichtigste PC-Spiel 2012!

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