Bei dem alljährlichen Award-Speedrun mit Geoff Keighley aka The Game Awards 2023 hat "Baldur's Gate 3" die meisten Preise abgeräumt. In der mehrstündigen Show kamen die Preisverleihung und die eigentlichen Leute hinter den Games abermals viel zu kurz.

Stolze sechs Awards gingen an "Baldur's Gate 3" von den Larian Studios aus Belgien, die das Rollenspiel auch gleich für Xbox veröffentlichten. Das RPG sicherte sich den Hauptpreis Game of the Year und den Publikumsaward. Die Auszeichnung für Best Performance ging an Neil Newbon, der Brite erweckte den Hochelfen Astarion zum Leben. Remedy Entertainment aus Finnland durfte sich über drei wichtige Awards für "Alan Wake 2" freuen, für Best Game Direction, Narrative und Art Direction. Mitfavorit "The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom" von Nintendo erhielt nur eine Auszeichnung, und zwar als Bestes Action-Adventure. Zwei weitere Genre-Auszeichnungen gingen an "Super Mario Bros. Wonder" und "Pikmin 4". "Marvel's Spider-Man 2" ging leer aus, ebenso wie Publisher Sony Interactive Entertainment, wenn man von der "Best Adaptation" von "The Last of Us" als Serie absieht. Microsoft sammelte wie Nintendo drei Auszeichnungen ein, für "Hi-Fi Rush" und "Forza Motorsport". Den Games for Impact Awards als ein Spiel mit prosozialer Bedeutung bekam "Tchia". Bestes Indie Game wurde "Sea of Stars", als Bestes Debüt wurde "Cocoon" prämiert. Das meisterwartete Spiel heißt "Final Fantasy 7 Rebirth" und wird am 29. Februar 2024 erscheinen. Preisträger:innen aus dem DACH-Raum fehlten.

Ansonsten glich die Awardshow einem Speedrun, bei dem in kürzester Zeit die Preise übergeben wurden. Die verfügbare Zeit für Dankesreden, teils mit wichtigen Untertönen, fiel meist unangenehm kurz aus, während andere Personen, wie Hideo Kojima, übermäßig lange über sehr wenig sprechen durften - gerade als Larians Creative Director Swen Vincke den Preis denjenigen widmen wollte, die sie verloren hätten, darunter Jim Southworth als Cinematic Animation Lead, musste er sich sputen, seine Dankesrede zu beenden. Die eigentlichen Awards spielten in dieser Marketing-Show voller Ads, Ankündigungen, Hollywood-Prominenz und Trailer nur noch eine untergeordnete Rolle. Auch branchenrelevante Bezüge wie die Erwähnung der zahllosen Entlassungen in diesem Jahr oder Wertschätzungen für die Leute hinter den Games fehlten weitgehend. Letztlich feierte sich die Branche nur selbst und lenkte den Blick der Öffentlichkeit auf die kommenden Produkte und blendete Herausforderungen aus. The Show must go on ...

Die Preisträger im Überblick
  • Game of The Year: Baldur's Gate 3
  • Best Game Direction: Alan Wake 2
  • Best Narrative: Alan Wake 2
  • Best Art Direction: Alan Wake 2
  • Best Score & Music: Final Fantasy 16
  • Best Audio Design: Hi-Fi Rush
  • Best Performance: Neil Newbon als Astarion in Baldur's Gate 3
  • Innovation in Accessibility: Forza Motorsport
  • Games for Impact: Tchia
  • Best Ongoing Game: Cyberpunk 2077
  • Best Community Support: Baldur's Gate 3
  • Best Independent Game: Sea of Stars
  • Best Debut Indie: Cocoon
  • Best Mobile Game: Honkai: Star Rail
  • Best VR/AR Game: Resident Evil Village VR Mode
  • Best Action Game: Armored Core 6: Fires of Rubicon
  • Best Action/Adventure: The Legend of Zelda: Tears of the Kingdom
  • Best Role Playing: Baldur's Gate 3
  • Best Fighting: Street Fighter 6
  • Best Family: Super Mario Bros. Wonder
  • Best Sim/Strategy: Pikmin 4
  • Best Sports/Racing: Forza Motorsport
  • Best Multiplayer: Baldur's Gate 3
  • Best Adaption: The Last of Us
  • Most Anticipated Game: Final Fantasy 7 Rebirth
  • Content Creator of the Year: Ironmouse
  • Best eSports Game: Valorant
  • Best eSports Team: JD Gaming
  • Best eSports Athlete: Lee "Faker" Sang-Hyeok
  • Best eSports Coach: Christine "Potter" Chi
  • Best eSports Event: League of Legends World Championship 2023
  • Player's Voice: Baldur's Gate 3

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Marcel Kleffmann
Marcel Kleffmann is Chief of Content of GamesMarket and our B2B and B2C expert for hardware, market data, products and launch numbers with more than two decades of editorial experience.
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