"Die Siedler: Das Erbe der Könige" - Rückkehr der fleißigen Handwerker
Mit moderner 3D-Optik, bewährten Aufbautugenden und erfahrenem Entwicklerteam wollen Ubisoft und Blue Byte die Erfolgsgeschichte der "Siedler"-Reihe um ein Kapitel erweitern.
Zehn Jahre ist es her, seit die ersten Siedler über PC-Monitore huschten und ihrem mühseligen Tagwerk des Haus-, Acker- und Bergbaus nachgingen. Ihre Geburtsstunde hatte die legendär wuselige Aufbausimulation allerdings schon zwölf Monate früher: Die deutsche Vorzeigeserie debütierte 1993 auf Commodores populärem Heimcomputer Amiga. Seither ist Blue Bytes vierteilige Spielereihe - bis auf eine Mac-Variante von "Siedler 2" - PC-exklusiv und Dauergast in den Verkaufscharts. Über fünf Millionen Exemplare der Serie wurden weltweit abgesetzt, eine überragende Zahl für ein Produkt aus deutscher Entwicklung. Seit 2001 gehört Blue Byte zum französischen Gamesgiganten Ubisoft, was aber nichts an der personellen und spielerischen Ausrichtung geändert hat. Immer noch ist ein Großteil der Belegschaft deutsch, und weiterhin ist man dem deutschesten aller Spielgenres treu: der Aufbausimulation.
Doch die kommenden "Siedler" verraten schon im Titel, dass sie einen Neuanfang wagen: Statt einer "V" erhält die Ende 2004 erscheinende Fortsetzung den Zusatz "Die Siedler: Das Erbe der Könige". Der Aufbruch zu neuen Ufern wird erst recht bei einem Blick auf den Bildschirm deutlich. Wo sich eine Dekade lang Comicmännchen in bunten isometrischen Landschaften tummelten, gehen nun realistische Menschencharaktere in echtem 3D ihrem mittelalterlichen Treiben nach. Lead-Artist Thorsten Mutschall begründet diesen Evolutionsschritt mit Fokusgruppentests und dem Einfluss internationaler Ubisoft-Grafiker: "Die Siedler sollten erwachsen werden, ohne Charme und Humor zu verlieren." Obwohl sie den Kinderschuhen entwachsen sind, besitzen die Siedler immer noch einen hohen Wuselfaktor: In den Städten werkeln unablässig Bauern, Schmiede und Müller, Tiere beleben Wald und Wiese, und die Flora wogt sanft im Wind. Dank der leistungsfähigen Renderware-Grafikengine strotzt die Welt vor Details und Effekten, nach Belieben dreht und zoomt der Spieler seinen Blickwinkel.
Jahreszeitenwechsel und filigrane Wettereffekte erfreuen das Auge und beeinflussen die militärische Komponente des Spiels: Schnee behindert das Fortkommen von Einheiten, Flüsse lassen sich im zugefrorenen Zustand überqueren. Auch wenn das neue "Siedler" mit seinen Armeen aus Lanzenträgern, Bogenschützen und Rittern an klassische Echtzeittaktik erinnert, liegt das Hauptaugenmerk wie eh und je auf Wirtschaft und Aufbau. Brummende Warenkreisläufe, florierende Siedlungen und technologischer Fortschritt - der Spielspaß erwächst aus einer funktionierenden Ökonomie und ihren bienenfleißigen Protagonisten. Zwar herrscht "Siedler"-typisch Überfluss an Gebäuden und Einheiten, Blue Byte konzentriert sich aber wie in Teil eins wieder auf ein einziges, mittelalterliches Volk. Und setzt auf eine starke Story, die von einer diplomierten Spieldesignerin ersonnen wurde.
Auch auf anderen Positionen ist das "Siedler"-Team kompetent besetzt: Mit Thorsten Knop, Thomas Friedmann und Thomas Häuser wurden die Chefposten des Creative-, Technical- und Art-Departments mit "Siedler"-Veteranen (und jetzigen Funatics-Angehörigen) besetzt, am Gamedesign feilt Bruce Milligan, der bereits mit Strategie-Superhirnen wie Sid Meier oder Bruce Shelley arbeitete. Insgesamt sind es 25 Leute, die bei der Entwicklung von "Das Erbe der Könige" ein Ziel eint: Das beste "Siedler" aller Zeiten zu erschaffen.