Dreamcast-Chronik: April 1999 bis Februar 2001
Die Chronik zeichnet in News und Interviews die Geschichte der Dreamcast nach. Dargestellt ist der Zeitraum von April 1999 bis Februar 2001.
April 1999
Sega gibt weltweit Preise für Dreamcast bekannt Sega lüftet den Vorhang vor der neuen Konsole ein kleines Stückchen weiter. Rund um den Globus geben die verschiedenen Niederlassungen Preis und Release-Termin für die Dreamcast bekannt. Während in den USA das Traumdatum "9.9.99" gehalten wird, kommt die Dreamcast in Europe zwei Wochen später am 23. September in den Handel, heißt es in einer Erklärung. Wie Sega Deutschland mitteilt, wird der Preis hierzulande bei 499 Mark und damit zwischen dem Preis in Großbritannien und USA liegen.
August 1999
Dreamcast mit Vorverkaufsrekord Nach Angaben von Sega of America stellt Dreamcast im August einen neuen Vorverkaufsrekord für Videospielkonsolen auf. Rund sechs Wochen vor dem US-Start lägen bereits 200.000 Vorbestellungen vor. Damit sei der Rekord von Sony Computer Entertainment zu Zeiten des PlayStation-Starts '95 (mehr als 100.000 vorbestellte Units) deutlich übertroffen. Sega erwartet, daß in den USA mehr als 400.000 Dreamcast binnen 30 Tagen nach Release, eine Mio. Units bis Jahresende und 1,5 Mio. Units bis 31. März 2000 verkauft werden.
Vier Wochen vor DC-Start Wechsel an SoA-Führungsspitze Sega of America bekommt einen neuen Chef. Toshiro Kezuka ersetzt als Vice-Chairman und COO Bernard Stolar, der nicht mehr länger für Sega arbeitet. Eine Begründung für den Führungswechsel rund vier Wochen vor US-Start der Dreamcast gibt es nicht. Sega lehne es grundsätzlich ab, personelle Entscheidungen zu kommentieren. Gerüchten zu Folge habe die japanische Konzernführung Stolar auf Grund zu vieler Meinungsverschiedenheiten los werden wollen. Für Stolar ist es das zweite Mal, daß er kurz vor dem Start einer neuen Konsole ein Unternehmen verläßt oder verlassen muß. In einem Interview mit MSNBC beschrieb Stolar seinen Abgang bei Sony Computer Entertainment America (SCEA) als Kündigung. Stolar verließ SCEA ebenfalls einen Monat vor dem Start der PlayStation.
Nintendo und SCEA reduzieren die Hardware-Preise Wenige Wochen vor dem US-Start der Dreamcast kündigen die beiden Hauptkonkurrenten von Sega, Nintendo und Sony Computer Entertainment America (SCEA), eine Preissenkung der Nintendo 64- bzw. PlayStation-Hardware an. Mit Wirkung zum 23. August werden beide Konsolen für nur noch 99,95 Dollar angeboten. Das "Star Wars"-N64-Bundle sinkt auf einen VK von 119,95 Dollar. Offiziell wird die Preisreduzierung allerdings nicht in Zusammenhang mit dem Dreamcast-Start gebracht. SCEA erklärt, daß der Preis von 99 Dollar schon immer zur Firmenstrategie gehörte, um das führende System einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Und auch Nintendo argumentiert, daß durch die Senkung der Preise das System für alle Konsumenten zugänglich sei.
Sega verschiebt Dreamcast-Start auf 14. Oktober Sega verschiebt den Europastart seiner Dreamcast um drei Wochen. Die neue Konsole wird damit nicht, wie bisher verbreitet, am 23. September, sondern erst am 14. Oktober '99 im Handel erhältlich sein. Der Internetservice werde noch getestet, so das Unternehmen zur Begründung.
Sega of America: 300.000 Vorbestellungen von Dreamcast Sega of America gibt ein neues Zwischenergebnis für die laufenden Vorbestellungen für Dreamcast bekannt. Demnach habe die Preorderzahl bereits die 300.000-Stück-Marke erreicht.
September 1999
Dreamcast startet in den Staaten Es fällt der Startschuß für Dreamcast in den USA. Drei Wochen vor dem Europa-Start beginnt damit nach dem Japan-Start auch die zweite Bewährungsprobe für die neue Konsole. Die Ziele von Sega of America (SOA) sind hoch. Binnen der ersten 24 Stunden soll ein Umsatz nach Endverbraucherpreisen von annähernd 45 Mio. Dollar erreicht werden. Der Preis der Dreamcast in den USA beträgt 199 Dollar.
Dreamcast generiert 97 Mio. Dollar Umsatz in 24 Stunden In dem von Sega gezogenen Vergleich hat die Dreamcast den Film "Star Wars Episode 1: The Phantom Menace" deutlich hinter sich gelassen. Während der neueste "Star Wars"-Film am ersten Tag nach Kinostart auf ein Box Office von "nur" 28 Mio. Dollar kommt, hat die Dreamcast innerhalb der ersten 24 Verkaufsstunden fast 98 Mio. Dollar "eingespielt". Damit würden die Erwartungen von Sega of America deutlich übertroffen. Sega hat mit rund 45 Mio. Dollar Umsatz nach EVP gerechnet. Chris Gilbert, Senior Vice President Sales von Sega of America, kündigt zugleich an, die eigenen Prognose - bis Jahresende eine Million verkaufte Konsolen - noch einmal überprüfen zu wollen.
372.000 Dreamcast-Konsolen in nur vier Tagen verkauft Sega of America ist weiter auf Erfolgskurs. Bereits nach vier Tagen seien 372.000 Units durchverkauft, heißt es aus San Francisco. Inklusive der Software-Verkäufe erzielt Sega of America somit einen Umsatz von 132 Mio. Dollar nach EVP.
Oktober 1999
"Keiner kann den Erfolg von Dreamcast stoppen" In den USA hatte Dreamcast einen Glanzstart. In Europa erscheint Segas neue Konsole mit dreiwöchiger Verspätung. steht Thomas Zeitner über die Auswirkungen der Verschiebung, die Reaktionen der Mitbewerber und über die zu erwartenden Erfolge in Deutschland Rede und Antwort.
Sega: 100.000 Pre-Orders in Europa Laut Sega ist die neue Konsole Dreamcast mit mehr als 100.000 Vorbestellungen in Europa an den Start gegangen. Die Zahl sei durch verschiedene Handelspartner zustande gekommen, die von sich aus Vorbestellungen in ihren Outlets und ihren Online-Sites entgegengenommen hätten, heißt es aus London. Zudem seien auch auf der Dreamcast-Homepage eine Vielzahl von Vorbestellungen eingegangen. Sega hat dort ab dem 1. September die Möglichkeit einer Online-Bestellung eingerichtet.
185.000 Dreamcast in vier Tagen verkauft Sega hat nach eigenen Angaben innerhalb der ersten vier Verkaufstage rund 185.000 Dreamcast-Units in Europa abgesetzt. Allein am ersten Tag wurden mehr als 100.000 Units verkauft, größtenteils als Vorbestellungen. Sega Deutschland ließ verlauten, daß hierzulande innerhalb der ersten 24 Stunden ein Umsatz nach Endverbraucherpreisen von rund 22 Mio. Mark generiert wurde. Darin enthalten sind sowohl Konsolen- als auch Peripheriegeräte- und Softwareverkauf.
Dreamcast generiert 80 Mio. Euro Umsatz Sega hat weitere Zahlen zum Verkaufsstart seiner Konsole Dreamcast genannt. Es seien 350.000 Software-Units und 280.000 Zubehörgeräte abgesetzt worden. Das bedeutet europaweit einen Umsatz nach Endverbraucherpreisen von 80 Mio. Euro. Auch aus dem Bereich Online-Nutzung meldet Sega erste Ergebnisse: In den ersten Stunden am Launch-Wochenende hätten sich mehr als 25.000 Verbraucher registrieren lassen. Über das Wochenende hat Sega-Partner British Telecom 1,2 Mio. Online-Minuten registriert.
November 1999
Sega: Dreamcast im Oktober Marktführer Unter Berufung auf Erhebungen der GfK sieht Sega Deutschland seine neue Konsole Dreamcast im Oktober 1999 als Marktführer. Obwohl die Dreamcast im Oktober nur zwei Wochen im Verkauf war, wurden mit ihr 60 Prozent des Einzelhandelsumsatzes im Heimkonsolenbereich erwirtschaftet, heißt es aus Düsseldorf. "Insbesondere in Hinblick auf das Weihnachtsgeschäft haben wir uns damit eine hervorragende Ausgangssituation geschaffen", so Thomas Zeitner, General Manager Sega Deutschland.
Dezember 1999
Sega zieht Bilanz nach DC-Europastart Sega zieht zwei Monate nach dem Start der Dreamcast in Europa erneut Bilanz: Danach wurden inzwischen mehr als 500.000 Units verkauft. Inklusive Software und Peripheriegeräten sei damit ein Handelsumsatz von 225 Mio. Pfund generiert worden. Erfreulich sei auch die Onlinenutzung. Sega spricht von mehr als 150.000 Internetregistrierungen. "Die deutschen Spieler wollen Dreamcast, und mit ihrer Unterstützung konnten wir maßgeblich zum europäischen Erfolg beitragen", resümiert Thomas Zeitner.
Januar 2000
Dreamcast erreicht 1,5-Mio.-Marge am US-Markt Sega of America überschreitet mit der Dreamcast die 1,5-Mio.-Verkaufsmarge in den Staaten. Am 24. Dezember '99 wurde die magische Zahl erreicht, drei Monate früher, als man im Unternehmen selbst erwartet hatte. Chris Gilbert, Senior Vice President of Sales, hebt besonders den kurzen Zeitraum zwischen den erreichten Verkaufszahlen von einer Mio. und dem erneuten Erfolg von 1,5 Mio. abgesetzten Exemplaren hervor. Lediglich 30 Tage liegen zwischen den beiden Meilensteinen für Segas Dreamcast.
Februar 2000
Sega stellt Dreamcast-Kamera vor Im französischen Cannes stellt Sega im Rahmen der Milia 2000 ein Zubehörteil vor. Konzernchef Shoichiro Irimajiri präsentiert eine digitale Videokamera mit dem Namen "Dreameye". Die damit erzielten Bilder oder Filmsequenzen können unter anderem über die internettaugliche Konsole online gestellt werden.
Neue Zwischenbilanz Sega Europe zieht rund vier Monate nach dem Start der Dreamcast Bilanz. Danach wurden in Europa annähernd 700.000 Units durchverkauft. Besonders erfreulich sei die Entwicklung des Onlineservice. Mehr als 30 Prozent aller Käufer nutzten den gebührenfreien Onlinedienst. Insgesamt hätten sich mehr als 200.000 User registriert. Sega wäre damit einer der am schnellsten wachsenden Internet-Service-Provider (ISP) in Europa.
März 2000
J.-F. Cécillon, Sega:"Eine Mio. Nutzer bis zur Milia 2001" Sega Europe hat die Milia 2000 nicht nur für die Ankündigung von Dreameye sondern auch für die Bekanntgabe eines Abkommens mit Lionhead Studios genutzt. Jean-François Cécillon, CEO von Sega Europe, den Erfolg der Konsole sowie künftige Pläne und Erwartungen.
April 2000
Sega of America plant radikale Onlinestrategie "Es sind radikale Veränderungen, doch radikale Veränderungen waren notwendig", kommentiert ein US-Branchenanalyst die bekannt gewordenen Pläne von Sega of America (SoA). Der Videospielehersteller startet in den USA mit SegaNet eine eigene Internetdivision und damit einen eigenen Onlinedienst.
Mai 2000
Neuer Mann an Segas KonzernspitzeShoichiro Irimajiri tritt von seinem Posten als President des Sega-Konzerns zurück. Sein Nachfolger wird Isao Okawa, ein Vorstandsmitglied der auf Informationstechnologien spezialisierten Muttergesellschaft CSK. Grund für den Rücktritt Irimajiris sei, dass Sega seine für das zweite Geschäftshalbjahr angestrebten Absatzzahlen der Dreamcast bei weitem nicht erreichen konnte und so zum dritten Mal in Folge einen Verlust in der Unternehmensrechnung ausweisen muss.
Juni 2000
Sega startet Preisoffensive Sega setzt die auf der E3 angekündigten Preisoffensive bei der Dreamcast um. So können Käufer in den USA bis zu 50 Dollar sparen, wenn sie gleichzeitig einen einmonatigen Online-Nutzungsvertrag über die Webseite SegaNet abschliessen. Bei einer zweijährigen Laufzeit des Vertrages gewährt Sega sogar einen Bonus von 200 Dollar, was in ziemlich genau dem Kaufpreis der Konsole entspricht.
Juli 2000
Kopierschutz der Dreamcast geknackt Der Kopierschutz der Dreamcast ist geknackt. Eine Gruppe von Programmierern, die sich als "Utopia" bezeichnet, konnte den Code entschlüsseln. Auf eine CD-ROM gebrannt, verändert die Sequenz den Memorychip der Konsole. So ermögliche die Boot-CD auch illegale Kopien zu spielen. Sega selbst bestätigt, dass es möglich sei, den Kopierschutz zu umgehen. In Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden wird eine harte Gangart gegen jegliche Produktpiraterie angekündigt.
September 2000
Thomas Zeitner: "Sind wir es, die kämpfen müssen?" Am 8. September 2000 lädt Sega Industrie- und Handelspartner zu einer großen Party nach Düsseldorf. Doch zuvor gibt es noch neueste Informationen rund um Dreamcast. bringt Thomas Zeitner, General Manager Sega Deutschland, die Key-Facts noch einmal auf den Punkt.
Oktober 2000
Dreamcast-Verkäufe steigen Kurz vor US-Markteinführung der PlayStation 2 kann Sega in den Staaten seine Dreamcast-Absatzzahlen steigern. Laut den Marktforschern von PC Data stiegen die wöchentlichen Verkaufszahlen zwischen dem 23. Juli und dem 30. September im Durchschnitt um 156,5 Prozent an. Damit belegt Sega, basierend auf den jeweiligen Umsatzzahlen, den zweiten Platz hinter Sony. Nunmehr auf dem dritten Rang ist Nintendo. Gründe für den Dreamcast-Boom sind laut PC Data die Preissenkung der Konsole um 50 Dollar und die Einführung des Internetrabatts.
1 Jahr Dreamcast in Europa Am 14. Oktober feiert Sega das einjährige Jubiläum der Markteinführung von Dreamcast in Europa. Dreamcast liegt in Europa im Sollziel. Bis dato wurden mehr als eine Mio. Units in Europa verkauft. Dazu gingen mehr als 2,5 Mio. Softwareunits über die Ladentheken europäischer Händler. Und last but not least hat Dreamarena eine registrierte Nutzerzahl von 400.000 überschritten.
Sega rechnet mit Verlusten Sega rechnet für das Geschäftsjahr 2000/2001 entgegen vorausgegangenen Prognosen mit massiven Verlusten. Statt des ursprünglich prognostizierten Gewinns werde das konsolidierte Netto-Ergebnis im Konzern im Minus liegen. Auch die Erwartungen an den Konzernumsatz werden heruntergeschraubt. Verantwortlich für die Revision seien vor allem jüngste Preissenkungen für die Dreamcast. Diese hätten allein einen Verlust von 18,5 Mrd. Yen verursacht, teilte Sega mit.
Sega setzt verstärkt auf Online und Content Sega will künftig seinen Geschäftsfokus neu ausrichten. Mit dem Ziel, das Unternehmen in die Gewinnzone zurückzuführen, setzt Sega nun verstärkt auf Online und Content. Dazu gehörten auch Entwicklungen für andere Plattformen, etwa für PC und mobile Endgeräte. Als "gutes Barometer, um das Potenzial im Onlinesegment auszuloten" gilt für Sega der Onlinedienst SegaNet. Zum Ende des laufenden Finanzjahrs hofft Sega auf rund drei Mio. Mitglieder. Die installierte Basis der Dreamcast-Besitzer belaufe sich bis dato auf 5,98 Mio. weltweit, davon 930.000 in Europa.
November 2000
Dreamcast erobert Indien Sega kündigt an, die Dreamcast auf dem indischen Markt einzuführen. Allgemein geht Sega auf dem Subkontinent von einem sehr guten Geschäft aus. Der Optimismus nährt sich aus der Hoffnung, dass Dreamcast in Indien vor allem als "Internetterminal" bei den Verbrauchern ankommt. In den ersten zwölf Monaten sehen die Planungen 120.000 verkaufte Units voraus. Bis Ende 2002 sollen es rund ein Mio. Exemplare sein.
Dezember 2000
Sega: Cécillion geht Sega-Europe-Chef Jean-Francois Cécillon nimmt zum Jahreswechsel seinen Abschied. Begründet wird diese Entscheidung nicht. Cécillon war zwei Jahre bei Sega und hat bislang alle Unternehmensziele - Verkauf von einer Mio. Dreamcast und drei Mio. Software-Units sowie 400.000 registrierte User für Dreamarena - erfüllt. Seine Aufgaben im Bereich strategische Partnerschaften werden teilweise von Sega-Chef Okawa übernommen.
Januar 2001
Aus für die Dreamcast? Die ersten Gerüchte nehmen ihren Lauf: Wie japanische Medien unter Berufung auf informierte Kreise berichten, plane Sega, die Produktion seiner Spielekonsole Dreamcast einzustellen. Stattdessen wolle sich Sega auf Entwicklung und Vertrieb von Software konzentrieren. Ein Sprecher von Sega habe hinsichtlich des Produktionsstopps betont, dass noch nichts entschieden sei. Man erwäge allerdings zum April eine Umstrukturierung, wobei die Einstellung der Dreamcast-Fertigung eine Option sei. Der Kurs der Sega-Aktie legte in Reaktion auf die Meldungen um rund 18 Prozent zu.
Pace integriert Sega-Plattform Pace Micro Technology, US-Anbieter von Settop-Boxen, schließt mit Sega ein Abkommen. Demnach wird Pace die Spieleplattform von Sega, also die Technologie, die hinter Dreamcast steckt, in seine Settop-Boxen integrieren. Dadurch würden eine Vielzahl neuer Services wie Play on Demand sowie elektronische Distribution von Spielen möglich. Doch auch bestehende Inhalte wie elektronische Programmführer könnten durch die 3D-Technologie von Dreamcast verbessert werden. Vorerst würden allerdings nur die amerikanischen Konsumenten von der Partnerschaft zwischen Sega und Pace profitieren. Die Lizenzierung der Technologie an Hersteller von Settop-Boxen werde als zentraler Punkt der Neuorientierung gehandelt.
Sega beendet Hardwaregeschäft Nach Wochen der Spekulationen hat Sega endlich einen Schlussstrich gezogen: Die Dreamcast-Produktion wird im März eingestellt. Künftig will Sega sich auf die Entwicklung und Vermarktung von Spielecontent konzentrieren. Angekündigt wurden Titel für PlayStation 2 und Game Boy Advance. Weitere Plattformen, wie die Xbox, seien im Gespräch. Aber auch die Dreamcast-Besitzer sollen weiter mit neuer Software versorgt werden. Neben dem klassischen Konsolenbusiness will Sega auch andere Märkte mit Content beliefern. Bereits seit langem gibt es einen Vertrag mit Motorola. Zudem wurde jetzt ein Abkommen mit Palm geschlossen. Und auch die Technologie hinter Dreamcast soll weiter genutzt werden. Ebenfalls erst vor kurzem hatte Sega ein Abkommen mit Pace Micro, Hersteller von Settop-Boxen, geschlossen.
Februar 2001
Dreamcast-Preise fallen Sega hat in den USA den Preis für die Dreamcast-Konsole von 149 auf 99 Dollar gesenkt. Sega of Europe zieht nach, senkt den Preis für Dreamcast in den UK auf 99 Pfund. Der neue Preis gilt mit sofortiger Wirkung. Nach Firmenaussagen spiegelt die Preisreduzierung die Unterstützung wider, die Sega der Dreamcast-Plattform weiterhin zukommen lassen will. Wie bereits angekündigt, will Sega 2001 noch mehr als 30 Titel für die Plattform veröffentlichen. Sega Deutschland hat zum jetzigen Zeitpunkt offiziell noch keine Preissenkung angekündigt.
THQ senkt Preise für DC-Spiele
Als einer der ersten Publisher beginnt THQ Entertainment mit einer Preisreduzierung für Dreamcast-Spiele. Der unverbindliche Verkaufspreis bereits veröffentlichter Dreamcast-Titel wird auf rund 40 Mark gesenkt. "Evil Dead: Hail To The King", das Ende Mai veröffentlicht wird, bleibe aber von der Reduzierung unberührt, heißt es aus Kaarst. "THQ möchte den Handel aktiv dabei unterstützen, gegen die derzeitige Unruhe im Dreamcast-Bereich anzugehen", kommentiert Ralf Gronwald, Prokurist und Vertriebsleiter bei THQ. Gronwald hofft, dass die Preissenkung die Abverkäufe der Titel "noch einmal kräftig anziehen" lässt und zudem ein positives Signal pro Dreamcast gibt.