Am 29. November erscheinen die direkten Konkurrenzprodukte "Fußball Manager 2003" und "Anstoß 4" parallel. Beim Wettstreit der etablier-ten Franchises wird entweder EAs schwungvolle Marketingmaschinerie oder Ascarons Antipirateriebemühung den Ausschlag geben.

Deutlicher könnte sich die Überladung des diesjährigen Saisongeschäfts mit Topprodukten nicht darstellen. Mit Electronic Arts "Fußball Manager 2003" und Ascarons "Anstoß 4" treffen nicht nur Vertreter desselben Genres, sondern auch zweier erfolgreicher Franchises aufeinander. Die Vorgänger beider Spiele wurden mit eine Gold-Award vom VUD für über 100.000, in diesen bei-den Fällen sogar weit über 100.000 verkaufte Units ausgezeichnet. Beim jetzigen "High-Noon" kämpfen beide Titel aber mit unterschiedlichen Voraussetungen.

Major vs. Independent

Ascaron, in diesem Jahr knapp dem Konkurs entronnen, hält sich mit großen Marketingannouncements bedeckt. Dafür setzt der Independent auf das Medium DVD-ROM. Ein Chance im Kampf der immer deutlicher werdenden CD-ROM-Piraterie und gleichzeitig ein Risiko auf Grund der vergleichsweise geringeren Haushaltsausstattung. Diese bereitet Ascaron laut Marketing Director Berndt Almstedt jedoch keine Sorgen: Marktforschungen haben ergeben, dass 80 Prozent der PCs, die die Systemvoraussetzungen erfüllen, auch über DVD-Laufwerk verfügen; Tendenz steigend.

Electronic Arts wiederum setzt voll und ganz auf seine gewöhnlich ziemlich rund laufende Marketingmaschinerie. Unter der Leitung von Marketing Director Oliver Kaltner wurde ein zwölfmonatiger Kommunikationsplan entwickelt, der ein kontinuierliches Investment vorsieht. Bereits seit Sommer wurde der Handel über diverse Maßnahmen für "Fußball Manager 2003" sensibilisiert. Zum Start beginnt dann auch das Trommelfeuer aus TV-, Print- und Infoscreen Werbung. Bis Jahresende soll die reichweitenstarke Verkaufsunterstützung nicht abreißen. Im März und im Mai, also im Vorfeld von Ostern und Pfingsten, folgen die nicht minder massiven Wellen zwei und drei. "Sport ist Wettbewerb", sagt Oliver Kaltner. Und die EA- Sports-Mannschaft sei zu 100 Prozent in Form. "Dabei wollen wir vor, während und nach dem Match dominieren."

Drei Zielgruppen hat EA im Visier. Den Kern bilden die Hardcoregamer in Managementgenre. "Diese machen entgegen der Entwicklung in anderen Genres immer noch den größten Umsatzanteil aus", erklärt Kaltner. Die zweite wichtige Gruppe - laut EAs Marktforschung für 35 Prozent der Abverkäufe gut - sind die Casual-Gamer. Sie sollen durch das Testimonial Lothar Matthäus und die Bundesligalizenz überzeugt werden. Last but not least zielt Kaltner auch auf die so genannten "Gift Buyers", die Geschenkekäufer. Sie sind auch die Erklärung für die beiden zusätzlichen Marketingwellen vor bundesweiten Feiertagen und Ferien.

Der bevorstehende Wettbewerb ähnelt durchaus dem Duell David gegen Goliath. Fraglich ist jedoch, ob Ascarons DVD-Strategie tatsächlich Davids Schleuder entsprechen wird. Und selbst wenn sich David alias Ascaron durchsetzen kann, so wird Goliath im kommenden Jahr zurückkehren. Denn bei EA wurde längst der Entschluss gefasst, das Franchise "Fußball Manager" langfristig zu platzieren. "Das Ziel für dieses Jahr ist eindeutig: Als klarer Sieger aus dem direkten Wettbewerb mit dem ehemaligen Referenzprodukt hervorgehen", formuliert es Kaltner. Zukünftig gelte es, diese Marktführerschaft in Deutschland weiter auszubauen und die erfolgreich angelaufenen internationalen Projekte kontinuierlich zu untermauern. Schließlich startete das Spiel unter dem Namen "Total Club Manager 2003" außerhalb Deutschlands bereits und erreichte bspw. in England die Spitze der Charts. In Stufe drei, so Kaltner, soll dann eine Diversifikation zugunsten weiterer Plattformen erlangt werden.

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