EA: Investitionen schmälern Gewinn
Die mit dem Übergang in eine neue Konsolengeneration einhergehenden Investitionen und Restrukturierungen belasteten im vierten Quartal und im Gesamtjahr die Bilanz von Branchenführer Electronic Arts. Die ursprüngliche Zielmarke von mehr als drei Mrd. Dollar Umsatz wurde deutlich verpasst.
Auch wenn Electronic Arts (EA) im zum 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr keinen neuen Rekordumsatz aufstellte und zudem die Zielmarke von weit mehr als drei Mrd. Dollar Umsatz deutlich verfehlte, spielt der Branchenprimus aus Kalifornien mit 2,951 Mrd. Dollar Jahresumsatz weiterhin in einer Klasse für sich. Dennoch verlief das Geschäftsjahr für den Marktführer enttäuschend. Ein schwaches Weihnachtsgeschäft, die Transition Period zur neuen Konsolengeneration, damit einhergehende hohe Investitionen sowie Restrukturierungskosten verhagelten EA die Bilanz gründlich. So wurde der Vorjahresumsatzwert von 3,129 Mrd. Dollar deutlich verfehlt. Und auch der Unternehmensgewinn gab von 504 Mio. auf nun 236 Mio. Dollar klar nach. Im vierten Quartal musste bei 641 Mio. Dollar Umsatz (Vorjahr: 553 Mio.) gar ein Nettoverlust von 16 Mio. Dollar hingenommen werden. Vor Jahresfrist verdiente EA noch acht Mio. Dollar.
"Der Übergang in die neue Konsolengeneration ist mehr als ein einfaches Upgrade", gab dann auch Chairman und CEO Larry Probst zu bedenken. "Neben der Entwicklung zahlreicher Titel für PlayStation 3, Xbox 360 und Wii hat sich Electronic Arts auch in eine hervorragende Ausgangssituation gebracht, um weltweit die Marktführerschaft in den Bereichen online, Handhelds und Mobile Games zu übernehmen." Unterstützung erhält Probst von Finanzvorstand Warren Jenson: "Wir investieren erheblich, um langfristig die Nummer eins zu bleiben. Der Übergang zu den neuen Konsolen verläuft zufrieden stellend und derzeit befinden sich mehr als 30 Next-Generation-Games in der Entwicklung." Einen Vorgeschmack auf das Next-Gen-Business lieferte in den letzten beiden Quartal Microsofts Xbox 360. Auf 140 Mio. Dollar beziffert EA die bisher mit 360-Spielen erzielten Umsätze. Der Rückgang im Geschäft mit der Vorgängerkonsole wurde so mehr als ausgeglichen.
Den erwarteten Schub erlebte das Mobile-Geschäft. Nach der Übernahme des US-Marktführers Jamdat Anfang diesen Jahres schossen die Umsatzerlöse um 233 Prozent auf 393 Mio. Dollar in die Höhe. Gewohnt offensiv soll der Markt nun angegangen werden, um auch im Boommarkt eine ähnlich starke Position wie im Kerngeschäft einzunehmen. Die Ausnahmestellung im PC- und Konsolenmarkt unterstreichen die Verkaufszahlen des letzten Jahres: 27 Titel brachten es auf mehr als eine Mio. verkaufte Kopien. Sieben Spiele - "Need For Speed: Most Wanted", "Madden NFL 06", "FIFA 06", "Die Sims 2", "Harry Potter und der Feuerkelch", " NBA Live 06" sowie " Burnout: Revenge" - durchbrachen gar die Marke von drei Mio. Verkäufen.
Nach den wenig berauschenden Zahlen kehrt in die Prognosen neue Bescheidenheit ein. Kein Wort mehr von neuen Umsatzrekorden. Stattdessen erwartet die Unternehmensführung ein weiteres schwieriges Jahr. So soll das erste Quartal zu 30. Juni mit Umsätzen zwischen 300 und 340 Mio. Dollar beendet werden. Dabei wird ein Minus von bis zu 42 US-Cent je Aktie erwartet. Die Jahresplanung sieht zwischen 2,7 und 2,95 Mrd. Dollar Umsatz und ein Ergebnis zwischen minus 15 US-Cent und 15 US-Cent je Aktie vor.