Editorial
Let's go crazy
Es mag befremdlich anmuten, wenn Zeitgenossen im Wohnzimmer eine Angelrute auswerfen, eine Pistole auf ihr Fernsehgerät richten oder mithilfe einer bunten Plastikmatte Kalorien verbrennen. Auch Eltern mögen sich darüber wundern, wenn ihr Schützling plötzlich Spaß am Fensterputzen findet, obwohl er sonst noch nicht einmal dazu zu bewegen ist, sein Kinderzimmer flottzumachen.
Fachärztlichen Beistand brauchen diese Menschen freilich nicht - sie unterliegen lediglich dem besonderen Spielspaß von Activity Games und deren meist witzigem Zubehör. Das Beste: Nach dem großen Erfolg von EyeToy - dank zunehmender Third-Party-Unterstützung einmal keine Eintagsfliege wie seinerzeit "Samba de Amigo" - kommen zunehmend auch Nichtspieler auf den Geschmack der partytauglichen Activity Games. Wohin die Reise nach "SingStar", "Donkey Konga" & Co. gehen mag, ist ob der rasanten technischen Entwicklung und der vielfältigen spielerischen Möglichkeiten kaum auszudenken. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn eines Tages ein Publisher seinem neuesten Action-Adventure einen fliegenden USB-Teppich beilegte.
Skepsis wäre allenfalls angebracht, würde der Hersteller seinem Zubehör vollmundig eine Flugphysik bescheinigen, die auf realen Daten basiert...
Michael Schmitz Ressortleiter Games