Editorial
Klassische Klänge interaktiver Kunst
Klassische Orchestermusik und Computerspiele treten eher selten im Duett auf. Umso erstaunlicher, dass die Leipziger Messe beschlossen hat, die diesjährige Games Convention mit einem symphonischen Ohrenschmaus zu eröffnen: Unter der Leitung des Filmkomponisten Andy Brick wird das Czech National Symphony Orchestra Musik aus bekannten Spielen interpretieren und damit eine gleichermaßen ungewöhnliche wie für das Branchenimage hoffentlich förderliche Brücke zwischen unverstandener Jugend- und anerkannter Erwachsenenkultur schlagen.
Eigentlich passt der Plan auch ganz gut zur Leipziger Messe: War es doch Maestra Angela Schierholz, die, den Taktstock fest in der Hand und mit Unterstützung ihrer Solisten aus dem VUD-Messebeirat, im vergangenen Jahr ein glänzendes GC-Debütkonzert dirigierte. Ganz anders stellt sich die Lage derzeit bei der ECTS dar: Dort schickt Sony Computer Entertainment mit massiven Expansionsplänen für die "PlayStation Experience" die Messemacher zurück in den Orchestergraben.
Gut möglich, dass Sonys Solo zum Finale der ECTS als einst wichtigster europäischer Spielemesse überleitet und London Olympia künftig zum Auftaktevent einer europäischen Sony-Roadshow-Tournee wird. Doch das soll uns am 20. August nicht stören, wenn im Leipziger Gewandhaus fulminante Klänge aus "Tomb Raider", "Final Fantasy", "Medal of Honor", "Mafia" und "Primal" erklingen.
Stephan Steininger Redaktion GamesMarkt.de [mailto:s.steininger@e-media.de@@@s.steininger@e-media.de]