Abschied ohne Wehmut

Das war sie also, die seit langem erste Spielwarenmesse ohne Videospieleanbieter. Wo der Branche einst mit Halle 8 nach zähem Ringen endlich ein eigenes Plätzchen zugewiesen wurde, fanden sich in diesem Jahr die Hersteller von Flugdrachen, Dreirädern und Sandschaufeln ein. Eine der Gründe für die Absage der Spielepublisher an die 54. Toy Fair Nürnberg mag neben Kostenerwägungen wohl auch gewesen sein, dass der Spielwarenhandel PC- und Videogames auch weiterhin voreingenommen gegenübersteht - selbst starken Lizenztiteln wird es in der Regel verwehrt, sich im klassischen Sortiment zwischen Bausteinen, Plüschtieren und Brettspielen zu etablieren.

Es heißt, dass der neue Vorstandssprecher der Spielwarenmesse, Ernst Kick, durchaus daran interessiert sei, die Videospielbranche wieder in die Frankenmetropole zu holen. Dies aber bedürfte unter anderem eines zugkräftigen Vertreters, bestenfalls des bis dato messetreuen Branchenriesen Nintendo. Doch wie sagte ein Fachbesucher während seiner Stippvisite in Nürnberg: "Nintendo hat im Moment andere Sorgen als die Spielwarenmesse."

Es lässt sich darüber spekulieren, welche das im Einzelnen sein mögen, nicht jedoch über die Bedeutung der GC - Games Convention als einzig wahrer Spielemesse in Deutschland. Und dies gilt umso mehr, als die Messeleitung in Leipzig von Anfang an daran interessiert war, der Spielebranche ein adäquates Forum zu bieten.

Michael Schmitz Ressortleiter Games [mailto:m.schmitz@e-media.de@@@m.schmitz@e-media.de]

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