Fairplay

Mit der diesjährigen WM gab es Fußball von seiner schönen Seite. In Kontrast zum ansonsten gnadenlosen Business standen etwa der Schulterschluss zwischen den türkischen und südkoreanischen Spielern und die Tatsache, dass die deutsche Mannschaft frenetisch empfangen wurde, obwohl sie es "nur" zum Vizeweltmeister gebracht hat. Es muss also nicht immer nur darum gehen, eindeutige Sieger und Verlierer auszumachen.

Eine ähnliche Denkweise wäre auch bei den Videospielkonsolen angesagt, denn sowohl Sony Computer Entertainment (SCE) als auch Nintendo und Microsoft legen sich mächtig ins Zeug, um dem Spielefreak ein einmaliges Erlebnis zu bieten. Wer immer noch vom Konsolenkrieg spricht, hat nicht verstanden, dass alle drei Plattformen schon deshalb ihre Berechtigung am Markt haben, weil Konkurrenz das Geschäft belebt.

Zudem vermarkten die Third-Party-Publisher ihre Entwicklungen ohnehin größtenteils auf allen relevanten Systemen, eben PlayStation 2, Game-Cube und Xbox. All das schließt jedoch nicht aus, herausragenden Leistungen gebührenden Respekt zu zollen - siehe WM. So wird es SCE laut einer Prognose der japanischen Tageszeitung "Nihon Keizai Simbun" bis Ende Juli gelungen sein, allein im Heimatmarkt zehn Mio. PS2 an den Mann zu bringen.

Dass das Sony-Format trotz Konkurrenzdrucks durch die "neueren" Konsolen GameCube und Xbox bei Konsumenten und Publishern gleichermaßen hoch im Kurs steht, zeigen die rekordverdächtigen Verkaufszahlen von "Final Fantasy X" in den PAL-Territorien und die Ankündigung von Sega, bis März 2003 mehr als doppelt so viele PS2- wie GameCube-Spiele zu veröffentlichen.

Der Vorstoß von SCED in die T-Punkt-Outlets könnte ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des,Computer Entertainment System" sein. Nintendo und Microsoft werden also auch weiterhin (heraus-)gefordert. Fast so wie Fußballweltmeister Brasilien - der sich nicht automatisch für die WM 2006 qualifiziert.

Michael Schmitz Ressortleiter Games [mailto:m.schmitz@e-media.de@@@m.schmitz@e-media.de]

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