Editorial
Da ist Musik drin
"Hear more", so lautet ein Teil des Claims der Xbox-Herbstkampagne. Und wie aus gut informierten Quellen zu hören war, meint Microsoft damit nicht nur die technische Ausstattung seiner Xbox. Sollte sich die bislang weder bestätigte noch dementierte Meldung über einen Exklusivdeal mit Robbie Williams bewahrheiten, wäre Microsoft damit der bis dato wohl spektakulärste Brückenschlag zwischen Musik- und Spielebranche gelungen.
Williams, der sich bereits '99 bei einer Zusammenarbeit mit Electronic Arts als Game-Fan outete, könnte aber nicht nur für Microsoft, sondern für die ganze Branche ein Glücksgriff sein. Als derzeit erfolgreichster Popstar Europas hat er alle Qualitäten, um für Videospiele ganz allgemein zum Katalysator bei der (Rück-)Eroberung des Massenmarkts zu werden. Denn nüchtern betrachtet, fehlt dem Spielebusiness im Vergleich zu anderen Unterhaltungsmedien vor allem eines: "greifbare" Stars, mit denen sich identifiziert, über die gestritten, für die geschwärmt werden darf.
Nicht umsonst hat auch die Zahl so genannter Testimonial-Deals fast schon inflationäre Ausmaße angenommen. Stimmt das neueste Gerücht, so geht es Microsoft nicht darum, den Ex-Take That als Zierde für eine Spieleverpackung oder als Vorlage für einen Charakter zu gewinnen. Vielmehr soll das geboten werden, was Robbie Williams zum Star gemacht hat: Musik. Und davon können echte Fans schließlich nie genug kriegen.
Stephan Steininger Redakteur GamesMarkt.de [mailto:s.steininger@e-media.de@@@s.steininger@e-media.de]