EEF: Kritik gegen neuen Europäischen E-Sport-Dachverband
Die Ankündigung des neu gegründeten europäischen E-Sport-Verbands EEF sorgte für Skepsis in den sozialen Medien und zog Kritik auf sich, unter anderem von Penta-Gründer Andreas Schaetzke und Fnatic-CEO Sam Matthews.
Die Gründung des EEF spaltet aktuell die Spielebranche. Einerseits regnet es in den sozialen Medien Glückwünsche, gerade für Jagnow, der in Deutschland bereits als ESBD-Chef ein wichtiges und bekanntes Gesicht der E-Sport-Branche ist. Andererseits gibt es aber auch mehr als genug skeptische bis kritische Rückmeldungen.
Fnatic-Gründer und Geschäftsführer Sam Matthews veröffentliche ein scharfes Statement per Twitter: "Ihr könnt nicht einfach in den E-Sport mit 100 Typen gekleidet in Anzügen kommen und einfach so Fuß fassen. Esport wird durch die Publisher, Teams und Spieler betrieben, welche alle das Bestrebenhaben das 'Ecosystem' beständig voranzutreiben. Und keiner trägt Anzüge. Danke aber nein danke. Und wo sind eigentlich die Frauen?"
Er und Jagnow führten ein kurzes Hin- und Her auf Twitter, in dem der ESBD- und EEF-Präsident klarstellte, dass die Gründung keineswegs hinter geschlossenen Türen stattfand, wie Matthews vorwarf. Matthews hingegen bleibt bei der Meinung, dass der Verband ohne die Unterstützung von führenden Persönlichkeiten und Unternehmen im E-Sport - er nennt in diesem Zug Fnatic, G2, Valve, EA und Ubisoft - keine Macht besitzt.
Penta-Gründer Andreas Schaetzke schließt sich Matthews an. "Fakt ist aber, dass dieses Schauspiel, welches sich am 21. Februar in Brüssel vollzogen hat, der absolut falsche Weg ist", schreibt Schaetzke in einem offenen Brief über die Gründung des EEF. Im weiteren Verlauf stellt er auch die Arbeit des ESBD in Frage und bezeichnet dessen Gründungsprozess als "eine 'Reise nach Jerusalem' - ergo: wer bekommt welchen Stuhl." Der Penta-Gründer stellt sich "klar gegen den EEF, welcher nur eine überhastete Kopie - unter Leitung des ESBD - ist", und macht folgenden Alternativvorschlag: "Wenn wir bis 2024/25 etwas Nachhaltiges schaffen wollen, dann sollten wir nun ein letztes Mal den "Reset Knopf" drücken und uns dann an den runden Tisch begeben."
Auslöser für viel negatives Feedback auf den sozialen Medien war weiterhin das mit der Meldung veröffentlichte Mitgliederfoto: 49 Männer und eine Frau. Die klare Unterrepräsentation von Frauen wurde von vielen scharf kritisiert. Jagnow bezog dazu ebenfalls Stellung auf Twitter: "Mir ist sehr wohl bewusst, was für eine Message unser Bild zum Thema Gender Equality sendet. Allerdings spiegelt dies die Realität der E-Sport-Verbände und Organisationen wider. Unsere Mission muss es sein, dies zu ändern."
Zum anderen stellten viele die Legitimation in Frage, mit der er EEF agiere, da, wie eben erwähnt, viele der bekannten und großen Player nicht Teil der Organisation sind.