Eidos beendet Spekulationen
Eidos Interactive hat die Spekulationen um eine Firmenübernahme beendet. In einer Mitteilung ließ der britische Publisher verlauten, sämtliche Gespräche mit möglichen Interessenten abgebrochen zu haben.
Am 20. Juni dieses Jahres bestätigte die Vorstandsriege von Eidos Interactive, in frühen Vertragsverhandlungen über den Verkauf aller Firmenanteile zu stehen. Namen von Gesprächspartnern behielten die Briten aber tunlichst für sich. Ein Nährboden für Spekulationen, die Liste möglicher Kandidaten für eine Übernahme des angeschlagenen Spielepublishers wurde immer länger. Als heißester Anwärter galt das französische Multimediaunternehmen Infogrames. Inoffiziell bestätigte dies Jeremy Lewis, der wenige Tage vor der offiziellen Bekanntgabe zurückgetretene Finance Director von Eidos Interactive. Er ließ zudem durchblicken, dass die insgesamt vier Monate andauernden Gespräche mit Infogrames gescheitert seien.
Am 9. Oktober kam die Bestätigung: In einer Mitteilung erklärte Eidos Interactive alle laufenden Gespräche über eine Firmenübernahme kurz und knapp für beendet. Der Board of Directors habe zwar einen Verkauf in Erwägung gezogen, sei aber letztendlich zu dem Schluss gekommen, dass die daran geknüpften Bedingungen nicht im Sinne der Aktionäre wären. "Eidos wird weiterhin an seiner Strategie arbeiten, einer der weltweit führenden, unabhängigen Entwickler und Publisher von Entertainmentsoftware zu sein", war in der offiziellen Mitteilung zu lesen. Die Probleme des britischen Softwarehauses sind damit allerdings nicht gelöst. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet Eidos weiterhin mit Verlusten. Dazu fiel der Aktienkurs nach Bekanntwerden der Gesprächsabrüche kräftig ins Minus. Um dem entgegenzusteuern, setzt der Publisher zum Weihnachtsgeschäft auf bekannte Marken und Sequels zu den bisher erfolgreichsten Eidos-Titeln. "102 Dalmatiner", "Chicken Run", "Tomb Raider V Chronicles" wären da zu nennen. Für die Zeit danach wartet Eidos u. a. mit "Thief 3" und "Commandos 2" als potenziellen Chartstiteln auf.