Eisenreich eröffnet Making Games Conference in München
Mit einem Plädoyer für eine bessere Vernetzung von Medienmachern und der klassischen Industrie eröffnete Medienminister Georg Eisenreich die zweite Making Games Conference in München
Mit einem Grußwort von Medienminister Georg Eisenreich wurde in München die zweite Making Games Conference eröffnet, die erstmals parallel zur animago stattfindet. Eisenreich hob Bayerns Status als führender Medienstandort Deutschlands heraus. Laut Eisenreich steht die Medienbranche in Bayern für einen Umsatz von 13 Milliarden Euro. Und er betonte, dass für die bayerische Staatsregierung Games ein wichtiger Teil der Medienbranche sind. Eisenreich hob sowohl die Förderung des FFF Bayern, als auch Initiativen wie das Werk1 und Konferenzen wie die Making Games Conference hervor. An die Spieleentwickler adressierte er jedoch auch den Wunsch, dass diese neben der Spieleentwicklung auch eine stärkere Vernetzung mit der klassischen Industrie anstreben. Denn in der Kombination der Kompetenzen von Medien- und Gamesbranche mit denen der in Bayern stark vertretenen Industrie würden enorme Chancen liegen, glaubt Eisenreich, und zwar für beide Seiten.
Neben Eisenreich sprachen bei der Eröffnung auch Computec-Geschäftsführer Hans Ippisch sowie Travian-Games-CEO und game Vorstandsmitglied Lars Janssen. Ippisch erinnerte an den drastischen Wandel, den die Wahrnehmung der Gamesbranche speziell in Bayern in den letzten zehn bis 15 Jahren erlebte. Damals, auf dem Höhepunkt der "Killerspiel-Debatte", sei es schlicht nicht vorstellbar gewesen, dass eine Spieleentwicklerkonferenz in München stattfindet. "Es ist unglaublich viel passiert und das in unglaublich kurzer Zeit", so der Computec-CEO.
Janssen, der als Repräsentant des game vor Ort war, gab zu, dass in seiner Brust zwei Herzen schlagen. So freue er sich als Leiter eines bayerischen Studios über die Unterstützung in Bayern, als game gehe es aber auch darum, dass andere Standorte dem Beispiel Bayerns folgen. NRW und Berlin würden das Engagement Bayerns als Ansporn sehen und das sei gut für die Branche. An Eisenreich gerichtet wünschte sich Janssen im Namen des game, dass sich Bayern auch auf Bundesebene für eine Förderung stark mache zum Beispiel für den vom game vorgeschlagenen Games Fonds.
Nach der Eröffnung startete das Konferenzprogramm mit einem Highlight: Einem Vortrag von id-Mitgründer John Romero über die Entstehung des original "Doom", das seinerzeit die Grundlagen für moderne Multiplayer-Shooter legte. "Doom" wurde übrigens im Mai 1994 von der damaligen Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften (heute Medien) indiziert. Erst im August 2011 wurde es vom Index gestrichen. Romeros Vortrag versinnbildlicht sozusagen den Wandel, der in Deutschland und speziell in Bayern stattfand.