Entlassungswelle bei Activision Blizzard
Trotz eines Umsatzrekords im Jahr 2018 entlässt Activision Blizzard acht Prozent seiner Mitarbeiter. Etwa 800 Menschen verlieren damit ihren Job. Das Unternehmen wird in Zukunft seinen Fokus auf seine großen Franchises legen und dafür seine Entwicklerressourcen verstärken.
Harte Zeiten für die Belegschaft bei Activision Blizzard. Das Unternehmen entlässt etwa 800 Mitarbeiter. Das entspricht rund acht Prozent der Angestellten. Das Absurde an der Entlassungswelle: Parallel verkündete der US-Publisher einen Rekordumsatz für das Jahr 2018. Insgesamt 7,5 Milliarden US-Dollar (entspricht nach aktuellem Kurs etwa 6,6 Milliarden Euro) wurden 2018 (2017: 7,0 Mrd. Dollar) eingenommen. Das operative Ergebnis wuchs ebenfalls kräftig. Activision Blizzard bilanziert einen Gewinn fast zwei Milliarden Dollar (2017: 1,3 Mrd. Dollar). Damit lag der Konzern aber, laut CEO Bobby Kotick, trotzdem unter den Erwartungen.
Aus diesem Grund startet das Unternehmen eine Umstrukturierung, die besagte Entlassungen zur Folge hat. Ab sofort soll der Fokus auf die großen hauseigenen Kern-Franchises von Activision Blizzard gelegt werden, weshalb vor allem an administrativen Positionen gespart wird. Betroffen sind damit das Backoffice, der Handelsbetrieb sowie das Verbrauchermarketing. Gleichzeitig werden bis Ende des Jahres zusätzliche Entwickler angestellt. Insgesamt soll es hier einen Personalzuwachs von 20 Prozent geben. Damit wird 2019 ein Übergangsjahr für den Konzern, weshalb auch weniger Veröffentlichungen geplant sind. Die Erfolgsmarke "Destiny" stieß der Konzern beispielsweise jüngst ab und veräußerte die Rechte wieder an den Entwickler Bungie zurück.
Diese Umstrukturierung folgt einer weitreichenden Neusortierung in der Chefabteilung. Erst im Oktober verließ Mike Morhaime, Gründer und CEO der Tochter Blizzard, das Unternehmen. Wenig später verlor die Firma auch ihre CFOs Amrita Ahuja (Blizzard) und Spencer Neumann (Activision). Die Stellen wurden Anfang des Jahres neu besetzt.