Game Boy an der 100-Mio.-Grenze
Während Nintendo dieser Tage mit der Auslieferung des 100-millionsten Game Boy die Schallmauer in der Videospielgeschichte durchbricht, steht das Konkurrenzprodukt NeoGeo Pocket Color in Amerika und Europa vor dem Aus
Marktführer Nintendo feiert Mitte Juni die Auslieferung von über 100 Mio. Units seit der Markteinführung des Game Boy, 1989. Das System habe sich über einen Zeitraum von elf Jahren weltweit durchschnittlich 1000 Mal pro Stunde verkauft. Als weiteres Zahlenspiel gab Nintendo an, dass alle 100 Mio. Game Boys übereinander gestapelt 287 Mal die Höhe des Mount Everest ergeben. "Aus geschäftlicher Sicht, hat der Game Boy alle Erwartungen übertroffen, indem er eine einzigartige Form der Unterhaltung anbietet, gepaart mit Portabilität, einem einfachen Design, über 1000 Spielen und der Fähigkeit, Spieler jeden Alters und Geschlechts anzusprechen", so Minoru Arakawa, President von Nintendo of America. Nach Angaben von Nintendo hält der Game Boy weltweit einen Marktanteil von über 95 Prozent im Bereich Handheld-konsolen.
Auch dank des jüngsten Erfolgs mit "Pokémon" hat sich die Konkurrenz gegen den Game Boy immer schwer getan. Genauso wenig verwunderlich wie erfreulich ist daher das Aus für den NeoGeo Pocket Color von SNK Entertainment. In einer vom US-Magazin "GameWeek" verbreiteten Presseerklärung hat das Unternehmen eine Rückrufaktion bekannt gegeben, um alle nicht verkauften Hard- und Software-units augenblicklich vom Markt zu nehmen. "Wir schließen nicht den Verkauf, schalten die Telefone ab und verschwinden um Mitternacht aus der Stadt", beruhigt SNK Vice President of Sales Ben Herman. So sollen alle Geräte mit gültiger Garantie noch umgetauscht werden. Mit dem Stop der NeoGeo-Vermarktung beendet das Unternehmen auch die Vermarktung von Dreamcast- und PlayStation-Titeln in den USA. Ein ähnliches Procedere sei auch für Europa geplant, heißt es in der Presseerklärung. Nur in Japan will SNK gemeinsam mit der Mutterfirma Aruze weiterhin die NeoGeo-Vermarktung aufrechterhalten. Dort sollen auch künftig neue Softwaretitel für Next-Generation-Konsolen entwickelt werden.