Game Developers Conference (GDC) ohne Höhepunkte
Trotz der geringen Zahl an Neuerungen wurde die GDC ihrem Ruf als wichtigstes Entwicklertreffen gerecht. Sony beeindruckte durch die grafische Qualität der PSP, Microsoft durch das Development System XNA.
"Evolve" lautete das Motto der diesjährigen Game Developer Conference im kalifornischen San José, zu der sich über 10.000 Teilnehmer an drei Tagen der insgesamt fünftägigen Veranstaltung einfanden. Etwa 400 Vorträge und Roundtables, unterteilt in die Kategorien Audio, Business and Legal, Game Design, General Interest, IGDA (International Game Developer Association), Production, Programming und Visual Arts boten die Möglichkeit zum Informationsaustausch und zur regen Diskussion über das Erreichte und die künftigen Herausforderungen der Video Game Industrie. Große Aufmerksamkeit rief John Carmacks Keynote hervor, der Vergleiche zwischen der aktuellen Entwicklung von "Doom III" und früheren ID-Produktionen wie "Wolfenstein" und "Quake" aufstellte und dabei auf kritische Aspekte für zukünftige Entwicklungen verwies.
Erfreulich war die gegenüber den Vorjahren wachsende Zahl japanischer Referenten mit sehr informativen Beiträgen. U.a. berichtete Eiji Aonuma über "The Evolution of a Franchise: The Legend of Zelda". Für überaus gut gefüllte Säle sorgten auch Peter Molyneux, der sich des Themas "Künstliche Intelligenz in Computerspielen" annahm, und ein von Eric Zimmerman moderiertes Panel mit Will Wright ("Die Sims"), Warren Spector ("Deus Ex: Invisible War") und Raph Koster ("Ultima Online"), die in einem experimentellen "Wettstreit" verschiedene Ansätze zur Designproblematik "Creating a Love Story" lieferten. Microsoft stellte sein neues Development System XNA vor, mit dem es Entwicklern auf einfache Weise möglich sein soll, sämtliche kreierte Spielinhalte gleichermaßen auf den Plattformen PC, Xbox und Windows Mobile nutzen zu können. Laut Microsoft basiert XNA auf den Komponenten DirectX, Visual Studio undXbox Live.
Neues "EyeToy"-Futter
Mit einigen Herstellern von Grafik- und Physik-Engines hat Microsoft bereits Abkommen zur Zusammenarbeit bei XNA getroffen. Statt Informationen zur Playstation 3 bekannt zu geben, stellte Sony die Verlängerung des Lebenszyklus der Playstation 2 in den Vordergrund und demonstrierte einen noch namenlosen Racing Titel für "EyeToy", bei dem der Spieler auf einer achterbahnähnlichen Fahrt durch geeignete Körperbewegungen Hindernissen ausweichen muss. Eine Face-Mapping-Technologie wird es einem Spieler in Verbindung mit "EyeToy" künftig erlauben, sein Gesicht beliebigen Ingame-Charakteren zu verpassen. Überaus beeindruckend war die grafische Qualität des PSP, auf dem Sony den Titel "Death Jr." von Backbone Entertainment zeigte.
Parallel fand an den letzten beiden Tagen die GDC Mobile statt, die mit einem Überblick zu den asiatischen Märkten startete und das beachtliche Potenzial von Mobile Games zeigte. David Collier von Namco präsentierte Mobile Games aus den bekannten Genres und machte den Technologievorsprung gegenüber Europa und Nordamerika deutlich. Das betrifft vor allem Japan, wo sich bereits seit dem 4. Quartal 2003 Handymodelle mit 3D-Chip auf dem Markt befinden. Auch ATI und Nvidia zeigten auf der GDC Expo ihre neueste 3D-Technologie.
Neben den Vorträgen diente die GDC vielen - auch einigen deutschen - Entwicklungsteams zur Kontaktaufnahme mit Publishern und der Vorstellung von Prototypen mit dem Ziel, ein Publishing-Agreement zu erlangen. Erstmals in diesem Jahr wurde dies von "Game Connection" an den beiden ersten Tagen organisiert, die ansonsten ganztägigen Tutorials vorbehalten sind. Wenn auch in diesem Jahr ein echtes Highlight fehlte, so erwartet man dies bei der GDC 2005 vor allem von neuen Handhelds wie dem PSP und künftigen Mobiltelefonen, eventuell sogar neuen innovativen Spielkonzepten. Dann allerdings nicht mehr am traditionellen Tagungsort, denn die GDC öffnet ihre Pforten vom 7. bis 11. März 2005 im Moscone Center in San Francisco.