Der Spieleverband game hat die Entscheidung der KJM kritisiert, dem Jugendschutzprogramm "JusProg" die Anerkennung abzuerkennen. Die Entscheidung senke das Jugendschutzniveau und steigere Rechtsunsicherheit bei Anbietern sowie die Verunsicherung der Eltern.

Die Entscheidung der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) die Anerkennung von JusProg als Jugendschutzprogramm abzuerkennen irritiert nicht nur den Anbieter des Programm. Auch der game - Verband der Deutschen Games-Brache regiert mit Unverständnis: "Mit diesem Schritt erweist die KJM dem Schutz von Kindern einen Bärendienst. Die Entscheidung senkt das Jugendschutzniveau in Deutschland, während die Rechtsunsicherheit bei Anbietern und die Verunsicherung bei Eltern steigen. Nur ein Jugendschutzprogramm bietet Schutz vor problematischen Inhalten aus dem Ausland", so game-Geschäftsführer Felix Falk.

Falk, der selbst lange Jahre Geschäftsführer der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) war, der freiwilligen Selbstkontrolle der Spielebranche, wertet den Vorgang als Signal, wie notwendig eine Novellierung der gesetzlichen Regellungen in Deutschland sei: "Während insbesondere wir als Gamesbranche seit vielen Jahren Vorreiter bei modernen, effizienten und international anschlussfähigen Jugendschutzsystemen sind, laufen die veralteten gesetzlichen Regelungen meilenweit hinterher. In diesem Rahmen führt uns auch die KJM-Entscheidung in Deutschland wieder zu einem Jugendschutz aus dem letzten Jahrhundert, der mit Maßnahmen wie Sendezeitbegrenzungen im Internet komplett an der Lebens- und Medienrealität vorbeiläuft." Laut Falk sei es besonders bedauerlich, dass diese "unverhältnismäßige Entscheidung" den erreichten Fortschritte leichtfertig gefährde, "die engagierte Jugendschutzakteure in Deutschland gemeinsam auf den Weg gebracht haben."

Share this post

Written by

Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.