Gameloft wächst ungebremst
Mobile-Games-Anbieter Gameloft legt weiterhin einen ungebremsten Expansionswillen an den Tag. Im Geschäftsjahr 2005, das am 31. Dezember beendet wurde, stieg der Umsatz um 102 Prozent.
Als einer der Vorreiter im Bereich Mobile Games hat Gameloft mittlerweile eine komfortable Position im Markt eingenommen. Der gute Ruf der Franzosen sowie der inzwischen auf mehr als 70 Games für mehr als 400 verschiedene Handymodelle angewachsene Backkatalog verbessern die Umsatz- und Gewinnsituation von Quartal zu Quartal. Nun bilanzierte das Unternehmen das zum 31. Dezember beendete Geschäftsjahr. Dabei wurde neuerlich ein beeindruckender Umsatzanstieg von 102 Prozent auf 46,8 Mio. Euro verbucht (Vorjahr: 23,2 Mio. Euro). 96 Prozent des Umsatzes wurden mit Spielen für Mobiltelefone erzielt, lediglich vier Prozent entfielen aufs Onlinegeschäft. Nach 6,7 Mio. Euro operativem Minus aus dem Vorjahr erreichte Gameloft im abgeschlossenen Bilanzzeitraum 1,2 Mio. Euro operativen Gewinn. Der Nettogewinn stieg zeitgleich von 300.000 auf 1,4 Mio. Euro.
Ausruhen auf dem Erreichten passt aber nicht in die Businessplanung der Unternehmensführung. In den vergangenen Monaten wurde kräftig investiert, um Gameloft weiter auf Wachstumskurs zu halten. Insbesondere die Belegschaft wurde stark erweitert. Mittlerweile arbeiten beinahe 1950 Mitarbeiter weltweit für den Anbeiter - darunter nach Unternehmensangaben allein 1700 Entwickler. Vor Jahresfrist beschäftigte der Publisher noch 750 Menschen. Zudem wurden einige wichtige Lizenzverträge unter Dach und Fach gebracht. So verspricht sich Gameloft im WM-Jahr 2006 gute Umsätze mit Handyspielen zu AC-Mailand-Star Andriy Shevchenko und FC-Bayern-Torwart Oliver Kahn. Vereinbarungen mit Warner Bros. sichern Gameloft zudem die Handyspiellizenzen zum kommenden Kinofilm "Mission Impossible 3" und der erfolgreichen TV-Serie "O.C. California" zu. In Japan werden Gameloft-Spiele in Kürze vom größten Mobilfunkanbieter des Landes, NTT DoCoMo, angeboten.
Geld in die Kassen spülen soll darüber hinaus der Verkauf der Internettochter L'Odysée Interactive, die u.a. die Onlineplattform www.jeuxvidéo.com betreibt. Mit nur marginalem Anteil am Unternehmensumsatz könnte ein Verkauf an Investor Hi Media ersten Schätzungen zufolge dennoch gut 26 Mio. Euro einbringen. Und auch im Kerngeschäft wird weiter rasantes Wachstum erwartet. Für das laufende Geschäftsjahr bis Ende 2006 rechnet Gameloft mit einem 40-prozentigen Umsatzplus bei gleichzeitiger Gewinnsteigerung.