Mit der Eröffnung der Gaming Istanbul sind auch international die Augen auf das größte Games-Event in der MENA-Region gerichtet. Dort will man nicht nur als User-Lieferant wahrgenommen werden, sondern sich als Produktionsstandort empfehlen.

In neuer Location will die GIST - Gaming Istanbul weiter wachsen. Auf insgesamt 100.000 Besucher hoffen die Organisatoren des größten und wahrscheinlich wichtigsten Events in der Wachstumsregion MENA, was für Middle East and North Africa steht. Im Vergleich zum Vorjahr aber auch gemessen am Einzugsgebiet, in Istanbul leben rund 20 Millionen Menschen - wäre es vergleichsweise kleines Plus. Doch den Organisatoren ist es wichtig, eine realistische Einschätzung zu geben. Sie verheimlichen auch nicht, dass auf Ausstellerseite einige kleine bis mittlere Unternehmen in diesem Jahr nicht kommen. Dafür gibt es Neuzugänge bei den Großen. Und diejenigen, die seit Jahren dabei sind, warten mit interessanten Inhalten auf. Bei PlayStation darf das GIST B2C-Publikum "Days Gone" anspielen und am "Fortnite"-Stand gibt es ein GIST-exklusives Item - beides keine Selbstverständlichkeit.

Parallel startete auch die GIST Developer Coference. Vergleichbar mit GDC, Brighton, Quo Vadis oder Devcom ist sie nicht. Aber Besucherzahlen sind in einem Wachstumsmarkt nicht alles. Das Business-Publikum - meist junge Indie-Entwickler - ist interessiert. Sie sind es auch, auf die Iffet Ercil setzt. Die Präsidentin der TGGDT, einer türkischen Wirtschaftsförderungsorganisation im Digitalbereich, gibt das klare Ziel aus, dass die Türkei als internationaler Produktionsstandort für Games wachsen soll. Denn die Begeisterung für Games in der Türkei ist groß. Doch noch fehlt es an großen und gewachsenen Studios. Quasi wie zum Beweis stellen außerhalb des Business-Bereichs rund 30 Indie-Unternehmen ihre Produktionen aus. Sicher haben noch nicht alle das Zeug, um auch auf internationaler Bühne bestehen zu können, aber auch hier finden sich interessante Ausnahmen, bei denen ein zweiter Blick lohnt. Das gilt auch für die Messe selbst. Für ausländische Firmen, die in der Türkei oder der MENA-Region kein Geschäft haben, ist die Messe sicher kein Must-attent-Event. Alle anderen profitieren von einer Business-Plattform, die das Kontakteknüpfen leicht macht.

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Stephan Steininger
Stephan Steininger is Director of Operations and Editor-in-Chief of GamesMarket. As part of the magazine since its inception in 2001, he knows the GSA games industry by heart.