GBA: Nintendo auf Tour
Nintendo of Europe tourt derzeit durch deutsche Lande, um für den neuesten Handheld aus dem japanischen Mutterhaus zu werben. Nur noch wenige Wochen bleiben, um auf europäischer Bühne optimale Bedingungen für den Marktstart des GameBoy Advance zu schaffen.
Am 22. Juni wird der GameBoy in dritter Generation - ausgenommen ist der GameBoy Pocket - in den europäischen respektive deutschen Handel ins Rennen um die Konsumentengunst geschickt. 13 Titel sollen zum Launch in den Regalen zu finden sein. Bis Ende diesen Jahres jedenfalls werden laut Nintendo-Planung rund 40 Titel für den 32-Bitter zur Verfügung stehen.
Preislich liegen die Spiele voraussichtlich zwischen 90 und 110 Mark. Der GBA selbst soll zwischen 230 und 250 Mark kosten und in vier Farben (Purple, Clear Red, Clear Blue und White) erscheinen. Die genauen Preise werden rechtzeitig kommuniziert, so Nintendo. Der Erfolg des GBA scheint unabhängig von genauen Preislisten und ungesehen genauer Marktdaten nahezu vorprogrammiert. Dazu veranlasst nicht nur der Blick auf den japanischen Ersthandelstag des GBA am 21. März. Allein schon deshalb nicht, da man Massenhysterien vor Media Märkten wohl vergeblich suchen wird - vergleiche den Launch der PS2. Aber: Nintendo genießt in Europa eine Monopolstellung in Sachen Spiele-Handheld (weit über 90 Prozent Marktabdeckung) und weiß diese auch auszunutzen. 100 Mio. verkaufte GameBoys seit 1989 weltweit sprechen eine deutliche Sprache; von verkaufter Software - dank Pokémon - ganz zu schweigen.Und das Nintendo selbstbewusst genug an die Sache herangeht, mag auch die Tatsache beweisen, dass zum GBA-Start kein einziges GBA-Pokémon-Spiel zu finden sein wird.
Auch technisch weiß der jüngste GameBoy-Spross zu überzeugen. Ausgestattet mit einem 32-Bit-Prozessor, einem Screen, der um die Hälfte größer ist als der des Vorgängers GameBoy Color (frühere GameBoy-Spiele können in zwei Bildschirmauflösungen gespielt werden) und 32.000 Farben gleichzeitig darstellt. Zudem können via Linkkabel vier User gleichzeitig spielen (bei einem Originalspiel).
Um optimal auf den Start vorbereitet zu sein, tourt Nintendo of Europe derzeit auf Präsentations- und Werbefahrt durch Deutschland. In München residierten die GBA-Promoter für zwei Tage in der Präsidentensuite des Hotels "Vier Jahreszeiten". Ausgestattet mit den vier GBA-Variationen stellten Patrick Nagel, Presenter European Product Analysis & Support, und Stefan Gundelach von der Agentur ABC Euro RSCG die neue Hard- und Software vor. Das einzige, was Nintendo jetzt noch fehlt, sind knapp drei Wochen.
Die Starttitel für den GameBoy Advance
Tweety And The Magic Gems (Mitsui) Mit "Tweety" schickt Entwickler Kemco ein Partygame in Form eines Brettspiels ins Rennen, das auf den Charakteren der Looney Tunes von Warner Bros. basiert. Durch Ziehen von Karten bewegen sich die Spieler auf dem virtuellen Spielbrett, um nach und nach alle magischen Juwelen zu sammeln. Zahlreiche Minigames, bei denen spezielle Goodies eingeheimst werden können, sorgen für zusätzliche Abwechslung.
Super Mario Advance (Nintendo) Was wäre ein Nintendo-Hardwarestart ohne einen Auftritt des berühmten Klempners? Dank farbenfrohem Hüpfspaß, neuen Level und toll gezeichneten Hintergrundgrafiken stehen die Chancen für eine Fortsetzung der Erfolgsstory trotz kniffligem Schwierigkeitsgrad mehr als gut. Ganz klar, dass die Neuauflage einen Multiplayermodus für bis zu vier Spieler bietet.
F-Zero: Maximum Velocity (Nintendo) Wer die SNES- oder N64-Version noch in Erinnerung hat, weiß, was ihn erwartet: Rennen mit schnittigen Raumgleitern auf abgedrehten Strecken in den Weiten des Alls. Die flüssige Grafik kommt selbst dann nicht ins Stocken, wenn sich zahlreiche Kontrahenten auf dem Bildschirm befinden. Verschiedene Rennklassen und ein Multiplayermodus für bis zu vier Spieler machen auch langfristig Laune.
Castlevania - Circle Of The Moon (Konami) Bei der Umsetzung des kultigen Gruseladventures mit erstklassigem Soundtrack und einem umfangreichen Bewegungsrepertoire des Protagonisten dreht sich alles um Mysterien, Monster und schaurige Gruften. Hinter jedem Pixel verstecken sich Geheimnisse. Eine malerisch gruselige Levelarchitektur mit dezenten Splatterelementen lassen den Spieler wochenlang Draculas Schloss erkunden.
Konami Krazy Racers (Konami) Nachdem es Nintendos "Mario Kart Advance" nicht zum Launch schafft, liegt es an diesem Funracer ähnlicher Machart, Freunde des Genres zu begeistern. Die Spieler gehen mit kleinen Go-Karts an den Start und versuchen, nicht zuletzt mittels fieser Tricks, den Grand Prix für sich zu entscheiden. Besonders viel Spaß macht das Rennen auf den abwechslungsreichen Strecken im Vierspielermodus.
Top Gear GT Championship (Mitsui) Die Fortsetzung der "Top Gear"-Serie bietet einen Ausflug auf sechs japanische Rennstrecken, u.a. auf den berühmten Suzuka F1-Circuit. Die 22 Boliden lassen sich in Lenkung, Schaltung und Verhalten individuell tunen, was nicht ohne Einfluss auf die Bestzeiten bleibt. Zur Motivation verfügt das Spiel über einen Streckeneditor, auf dem sich eigene Kurse erstellen lassen.
Kuru Kuru Kururin (Nintendo) Die Worte "Kuru Kuru" bezeichnen das Geräusch eines rotierenden Objektes, das sich im Spiel in einer stabförmigen, um sich selbst drehenden Variante wiederfinden lässt. Aufgabe ist es, dieses Fluggerät durch ein unaufhaltsam scrollendes Labyrinthsystem zu steuern, ohne mehr als zweimal anzuecken, was dem Spieler neben Geschicklichkeit auch ein gewisses Maß an Konzentration abfordert.
GT Advance Championship Racing (THQ/ABC Spielspaß) Auf 32 Rennstrecken, Straßenkursen, Highways und "Dirt Tracks" findet diese Hatz nach Bestzeiten statt. Dabei hat der Spieler die Auswahl aus einem stattlichen Fuhrpark von mehr als 40 Fahrzeugen namhafter asiatischer Hersteller, die sich selbst in Details wie Einspritzpumpen und Radaufhängungen tunen lassen. Via Linkkabel ist ein PS-Kräftemessen auch mit anderen GBA-Besitzern möglich.
Rayman Advance (Ubi Soft) "Rayman Advance" stellt eine verbesserte Version des ursprünglich für PlayStation konzipierten Hüpfspiels dar, bei dem Held Rayman seine Welt retten muss. Hüpfend, springend und fliegend muss sich der Held durch sechs Welten und 68 Level bewegen, wobei er alten Bekannten begegnet. Das Spiel nutzt die 32-bit-Architektur komplett aus, so dass Grafik und Animation neue Standards setzen.