Bis auf Lippenbekentnisse im Koalitionsvertrag gab es von der Regierung keine konkreten Vorstöße zur Förderung von eSport in Deutschland. Die Fraktion der Grünen legt daher einen Antrag vor, in dem die Regierung mit einem Maßnahmenkatalog dazu aufgefordert wird sich dem Thema anzunehmen.

Die Grünen plädieren auf Bundesebene für eine stärkere Förderung des eSports in Deutschland. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen reichte im Bundestag den Antrag "Die Entwicklung des eSports fördern und gestalten" ein. Das Papier, das nach aktuellem Stand am Donnerstagabend auf die parlamentarische Tagesordnung gehoben wird, fordert die Bundesregierung auf, die Bedingungen für den eSport hierzulande zu verbessern.

"Wir Grüne wollen gute Rahmenbedingungen für den eSport in Deutschland schaffen", sagt die Grünen-Abgeordnete Monika Lazar über den Antrag. "Wir finden es gut, wenn sich Menschen in einem Verein zusammenfinden, um ihrem Hobby nachzugehen. eSport-Vereine sollen deswegen genauso von der Gemeinnützigkeit profitieren wie andere Sportvereine. Internationale eSportlerinnen und eSportler müssen problemlos nach Deutschland für den Spielbetrieb einreisen können. Das Potential des eSports, Menschen mit und ohne Behinderung vergleichsweise leicht zusammenzubringen, muss weiter gefördert werden." Lazar ist Mitglied im Sportausschuss des Bundestages.

Der Antrag der Grünen fordert eine Reihe von Maßnahmen, unter anderem eine Anerkennung von eSport-Vereinen als Ehrenamt, leichtere Vergabe von Sportler-Visa und eine finanzielle Förderung von eSport-Angeboten. Auch eine Reform des Jugendmedienschutzstaatsvertrags, ein Ausbau von Internetbandbreiten im urbanen und ländlichen Raum sowie der Aufbau von Forschungsexpertise zum Thema virtueller Sport wird gefordert.

Eigentlich hatte sich die Regierungsparteien von CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag bereits auf eine Förderung und bessere Anerkennung von eSport geeinigt. Viel passiert ist aber seitdem in der Sache nichts. Bis auf das Bekenntnis im Koalitionsvertrag wurden kaum konkrete Maßnahmen eingeleitet, auf Anfrage der FDP-Fraktion im September sah die Regierung keinen Handlungsbedarf. Ein Umstand, den auch die Opposition kritisiert: "Da die Koalition von Union und SPD dem eSport im Koalitionsvertrag große Versprechungen gemacht hat und nichts geschieht, legen wir nun einen umfassenden Maßnahmenkatalog zur Förderung des eSports vor", so Lazar.

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