Hochdosierte Action
EAs Criterion Games besinnt sich auf die Wurzeln des Genres und wertet ihre Ego-Shooter-Perle mit vielen neuen Elementen auf.
Criterion Games, in erster Linie bekannt für seine halsbrecherische Rennspielserie "Burnout", wagt mit "Black" einen Ausflug in das heiß umkämpfte Genre der Ego-Shooter. 2004 auf der E3 in Los Angeles noch als Techdemo präsentiert, mutierte das Spiel mittlerweile zu Criterions umfangreichstem Projekt. Über 100 Mitarbeiter werkeln zurzeit an der im Frühjahr 2006 geplanten Fertigstellung des potenziellen PS2- und Xbox-Hits.
Der Spieler übernimmt die Rolle von Black Ops Infanterist Jack Keller. Zusammen mit seiner Einheit hat er den Auftrag, einen Verräter, der inmitten eines Kriegsgebiets in Osteuropa untergetaucht ist, aufzuspüren und dingfest zu machen.
Klasse statt Masse
Während Helden wie Gordon Freeman ("Half-Life") und Sam Fischer ("Splinter Cell") auf zusätzliche Gadgets wie Gravitationsgun oder Türspion schwören, entscheidet Jack Kellar seine Schlachten einzig und allein durch geschickten Einsatz realer Waffen.
Über ein Dutzend Bleispritzen, von der zielgenauen, großkalibrigen Pistole über Klassiker wie Shotgun und Sturmgewehr bis hin zum durchschlagenden Raketenwerfer, stehen dem Spieler zur Verfügung. Schützenhilfe erhält man darüber hinaus von seinem völlig selbständig agierenden Team und der Umgebung.
Schleichen, Befehle geben, Rätsel lösen...
Ein Beispiel: Einige bis an die Zähne bewaffnete Terroristen haben sich hinter einer Mauer verschanzt, feuern ununterbrochen. Die eigene Deckung, ein von Kugeln zersiebtes Autowrack droht zu explodieren, bis auf ein halbes Maschinengewehr-Magazin ist sämtliche Munition verbraucht. Was also tun?
Rambonaturen stürmen das gegnerische Versteck frontal und hoffen auf drei gezielte Treffer mit der Restmunition - ein gewagtes, wenn nicht sogar lebensmüdes Unterfangen. Bessere Chancen hat, wer bedacht die Umgebung analysiert und anschließend ein paar beherzte Salven auf die Leuchtreklame über den Gegnern abfeuert. Sie rasselt zu Boden und begräbt die Unruhestifter unter sich. Solch eine Vorgehensweise ist praktisch in jedem Level von "Black" möglich - die Levelarchitektur wartet förmlich darauf, demoliert zu werden.
Ballern, bis die Schwarte kracht
Entsprechende Feuerkraft vorausgesetzt, lassen sich sogar ganze Häuserblocks einäschern. Türen werden übrigens nicht durch Herunterdrücken der Klinke, sondern ebenfalls durch Beschuss geöffnet - kein Wunder, dass Criterion die Waffen als die eigentlichen "Hauptfiguren" des Spiels bezeichnet.
Wie bereits bei Shooter-Urvater "Doom" erscheint nach jedem Level eine Abschussstatistik inklusive Zeitangabe. Spieler, die clever die Zerstörung der Umgebung in ihren Spielstil einbeziehen, werden mit zusätzlichen Bonuspunkten belohnt.
Ob es eine Art Online-Highscore-Weltrangliste geben wird, wollte Criterion noch nicht verraten. Fest steht hingegen schon jetzt, dass die technische Präsentation dank aufwendiger Partikeleffekte, hervorragender Waffenanimationen, realistischer Ragdoll-Physik, ohrenbetäubender Soundeffekte und flinker Framerate nicht nur bei Konsolenspielern für Aufsehen sorgen wird.
Im Gespräch: Tim McCracken, QA-Director bei Firaxis
» Kommen Ideen aus der "Burnout"-Serie in "Black" vor?
Als "Burnout" zum ersten Mal erschien, war das wie ein Tritt in den Hintern für das eingestaubte Rennspielgenre. "Burnout" war anders. Den gleichen Effekt beabsichtigen wir, mit "Black" zu erzielen. Hier geht es um Waffen, schießen und Zerstörung - wir wollen ein Spiel abliefern, das im Bereich Konsolen-Shooter so noch nicht da gewesen ist.
» In keiner der bis jetzt gezeigten Demos war von einem Mehrspielermodus die Rede. Warum betont das Spiel klar die Einzelspielererfahrung?
Es wird in der Tat keinen Mehrspielermodus geben. Man darf nicht vergessen, dass "Black" Criterions erster First-Person-Shooter ist. Wir wollen sichergehen, dass wir die fundamentalen Aspekte - sprich Waffen, Grafik, Steuerung und natürlich die Hollywood-inspirierten Feuergefechte - optimal hinbekommen.
» Die Waffenauswahl in "Black" ist riesig. Auf welche Modelle sind Sie ganz besonders stolz? Wird der Spieler Fahrzeuge benutzen dürfen?
Alle Waffen haben irgendwie ihren Reiz, meine persönlichen Lieblinge sind jedoch die M16A2 und die M203. Der Einsatz von Fahrzeugen ist nicht geplant, allerdings können diese am laufenden Band in ihre Einzelteile zerlegt werden.
» Die Künstliche Intelligenz des PC-Shooters "F.E.A.R." hat ein paar nette Tricks auf Lager. Wie schlau sind die Feinde in "Black"?
Noch feilen wir an der KI, die jedoch schon ganz anständig funktioniert. Das Spiel orientiert sich an zahlreichen Hollywood-Actionfilmen der 80er-Jahre. Man darf also hitzköpfige Kanonenfutter-Gegner und hartnäckigere Widersacher erwarten. Dauer-Action ist Programm.
» Was halten Sie von Nintendos Revolution? Könnten Sie sich vorstellen, "Black" mit dem Fernbedienungscontroller zu spielen?
Noch hatte ich keine Gelegenheit, den Controller oder andere Revolution-Technologie anzutesten. Ich bin aber recht angetan von dem neuartigen Bedienkonzept.