Vidis meldet sich als Publisher und Distributor für PC- und Videospiele zurück. Ein erstes Abkommen wurde mit Kemco Europe geschlossen. GamesMarkt.de sprach mit Vidis-Geschäftsführer Axel Schröder über die neuen Herausforderungen.

GamesMarkt.de: Wann fiel die Entscheidung, wieder Spiele ins Programm aufzunehmen, und welche Gründe standen dafür?

Axel Schröder: Nachdem wir schon Mitte der 80er Jahre Software vertrieben haben, damals noch für Atari VCS, Coleco und sogar noch für Mattel Intellivision, haben wir nie aufgehört, uns auch mit dem Thema Software zu beschäftigen. Meist handelte es sich um Sonderposten, aber auch um größere Engagements, wie Mitte der 90er Jahre, als Vidis von Panansonic als Distributor für 3DO-Software eingesetzt wurde. Heute würde man das wohl Stützpunkthändler nennen. Die Entscheidung, erneut ernsthaft als Softwaredistributor aufzutreten, fiel Ende letzten Jahres, als wir immer wieder von ausländischen Partnern darauf angesprochen wurden, dass gerade kleine und mittelgroße Entwickler nach etablierten Vertriebsstrukturen in den deutschsprachigen Ländern suchen. Da Vidis nach mittlerweile 20 Jahren fast überall gelistet ist, wo es PC- und Konsolenspiele gibt, lag die Entscheidung nahe, unseren Vertrieb auch wieder für Software zu öffnen.

GM: Wie haben die Handelspartner reagiert?

Schröder: Überaus positiv. Der Handel ist sehr an einer Straffung seiner Lieferantenstrukturen interessiert. Unsere hochwertige Zubehörlinie "Brooklyn" ergänzt sich hervorragend mit einer überschaubaren Auswahl guter Konsolen- und PC-Spiele. Sicher haben wir dieses Vertriebskonzept, bestehend aus Zubehör einerseits und Software andererseits, nicht erfunden. Aber ich denke, dass Vidis sich mit seinem Auftreten und seiner Kompetenz in den vielen Jahren im Handel einen herausragenden Ruf erworben hat und deshalb über alle Möglichkeiten verfügt, auch seine Softwarepartner im deutschen Markt erfolgreich zu vertreten.

"Verfügen über alle Möglichkeiten"

GM: Künftig wird Vidis auch als Publisher auftreten. Ein erstes Produkt ist der PC-Titel "Restaurant Gigant". Werden Sie auch Marketing betreiben?

Schröder: Wir haben eine Reihe von Marketingmaßnahmen geplant. Gerade Titel wie "Restaurant Gigant" und "Batman: Dark Tomorrow" bieten ein großes Potenzial für fantasievolles Marketing, das auch ohne großes Budget möglich ist.

GM: Sind weitere Titel zur Eigenvermarktung vorgesehen?

Schröder: Sowohl Kemco als auch Enlight arbeiten zurzeit an mehreren sehr interessanten Projekten für das 3. und 4. Quartal. Darüber hinaus führen wir Gespräche mit weiteren Entwicklern und Publishern, über deren Ausgang ich aber momentan noch nichts sagen kann. In jedem Fall wird es aber so sein, dass Vidis seine gute Positionierung am Markt noch für eine Reihe weiterer Projekte nutzen wird.

GM: Wie sieht Vidis' logistische und personelle Struktur aus?

Schröder: Wir sind in der Lage, über unser Zentrallager in Hamburg alle Kunden innerhalb kürzester Zeit zu bedienen. Dass beispielsweise "Restaurant Gigant" darüber hinaus noch in unserer unmittelbaren Nachbarschaft bei OK Media gepresst wird, dürfte sich als ein weiterer Vorteil für schnelle und flexible Belieferung herausstellen. Was unsere Personalstruktur angeht, so unterwirft sich auch diese Frage unserem Grundkonzept, dass langfristiger Erfolg nur durch Zuverlässigkeit und Service zu erreichen sind. Sollten wir feststellen, dass wir Gefahr laufen, diesem Anspruch nicht mehr gerecht werden zu können, werden wir umgehend reagieren. Mit unserem heutigen Portfolio glauben wir aber, auch personell schon jetzt bestens auf die zusätzlichen Herausforderungen vorbereitet zu sein: Mit unserem Verkaufs- und Marketingleiter Thomas Moss und seinem Team stehen uns erfahrene und motivierte Mitarbeiter zur Betreuung der Zentralen in Deutschland zur Verfügung. Darüber hinaus bietet uns die enge Zusammenarbeit mit einem etablierten Partner wie HMH eine Vorortbetreuung. Sofern Territorien wie Österreich oder die Schweiz Teil unserer Abkommen sind, erfolgt der Vertrieb über unsere Vertriebspartner Konrad und Thali.

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