Indien auf Chinas Spuren
Mit mehr als einer Mrd. Einwohnern ist Indien der zweitbevölkerungsreichste Staat der Welt. Während die Branche allenthalben über Chancen im chinesischen Markt spricht, wird der Subkontinent aber noch recht stiefmütterlich behandelt. Zu Unrecht, wie Pearl Research herausgefunden hat.
Immer mehr international tätige Publisher gehen den chinesischen Markt mit seinen mehr als 1,3 Mrd. potentiellen Konsumenten an. Weit weniger Beachtung widmete die Spielebranche in den vergangenen Jahren dem zweitbevölkerungsstärksten Land der Welt. Dabei befinde sich der indische Markt derzeit im Aufbruch, wie Pearl Research aus San Francisco in einer aktuellen Untersuchung herausgefunden hat. Insbesondere das rasante Internetwachstum mit derzeit knapp 39 Mio. aktiven Nutzern und mehr als 100.000 Internetcafés biete Chancen. Das jährliche Wachstum im Onlinesegment betrage weit mehr als 50 Prozent; bis 2007 würden bereits über 100 Mio. Inder regelmäßig das Internet nutzen.
Entsprechend wachse auch der Markt für Onlinespiele. Bis 2010, so Pearl Research, belaufe sich der Umsatz mit Onlinespielen auf mehr als 200 Mio. Dollar, mit weiter steigender Tendenz. Die Parallelen zu China sind unverkennbar: "Indien 2006 wird oft mit dem China des Jahres 2001 verglichen. Damals öffnete und entwickelte sich der Markt. Binnen einer Dekade wird Indien neben China, Korea und Taiwan zu einem der wichtigsten Onlinemärkte Asiens aufsteigen", ist Allison Loung, Managing Director von Pearl Research, überzeugt.
Doch nicht nur das Potential, auch die Risiken auf dem Subkontinent sind mit dem chinesischen Markt vergleichbar. Ohne Partner vor Ort könnten westliche Unternehmen zurzeit kaum bestehen, so die Untersuchung. Mit einer Raubkopienquote von mehr als 85 Prozent und gänzlich fehlendem Unrechtsbewusstsein könnten sich Unternehmen, die vorschnell investieren, leicht die Finger verbrennen. Joint Ventures mit indischen Unternehmen oder aber Lizenzabkommen seien derzeit die richtige Wahl.