Electronic Arts' European Vice President of Sales, Dr. Jens Uwe Intat, bezog gegenüber britischen Medien Stellung: Binnen der kommenden zehn Jahre wird der digitale Vertrieb über das Internet klassischen Vertriebsformen den Rang abgelaufen haben.

"In zehn Jahren werden sämtliche Entertainmentinhalte direkt auf die Abspielgeräte heruntergeladen", sagte Dr. Jens Uwe Intat, European Vice President of Sales bei Electronic Arts, im Gespräch mit "Gamesindustry.biz". Bis 2016 werden demnach CDs, DVDs als Datenträger für Computer- und Videospiele antiquiert sein wie Audio-Kassetten oder Vinyl-Schallplatten. Als Indizien dienten der steile Aufstieg des iTunes Musicstores und der rasant wachsende Klingeltonmarkt. Den klassischen Gameshandel abschreiben wollte Intat aber noch nicht. Einerseits habe auch der Handel in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte im E-Commerce gemacht, und andererseits werde es Spiele auf physischen Datenträgern geben, solange eine Nachfrage vorhanden ist. Vor allem als Geschenk zu Weihnachten oder an Geburtstagen mache sich ein Download-Code nicht besonders gut, sieht Intat weiter Nischen für den Box-Vertrieb.

Für die Industrie sei entscheidend, in den kommenden Jahren die Fehler der Musikindustrie nicht zu wiederholen. Streitigkeiten über Formate und Vermarktung hatten so lange eine Einigung der großen Player über einen einheitlichen Weg verhindert, bis es zu spät war. Mit einem Marktanteil zwischen 80 und 90 Prozent am Downloadmarkt diktiere inzwischen Apple der Musikindustrie die Bedingungen. Die Gamesindustrie habe aus dem abschreckenden Beispiel gelernt, so Intat. Den Hard- und Softwareanbietern ist klar, dass es keinen Weg zurück gibt. Die Zusammenarbeit der Majors sei schon zum jetzigen Zeitpunkt lobenswert.

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