Internet soll Dreamcast und PS2 verbinden. Vereinigt das Netz alle Konsolen?
Sega und Sony Computer Entertainment (SCE) planen die Verbindung zwischen PlayStation 2 und Dreamcast über das Internet. Mit der Integration von Java in die PS2 treibt SCE zudem seine Connectivity-Strategie voran.
PSone, PlayStation 2, Game Boy Advance, GameCube, Xbox, Dreamcast und PC - die Vielfalt der Systeme ist so groß wie schon lange nicht mehr. Für die Third-Party-Publisher ist die Entscheidung für ein System ebenso eine Herausforderung wie für die Händler. Viel Geld hängt vom Erfolg der einzelnen Hardwarehersteller ab. Ein erster Schritt, die starren Grenzen der unterschiedlichen Systeme zu überwinden, ist nun getan. Berichten von Nachrichtenagenturen zufolge, arbeiten SCE und Sega daran, ihre beiden Konsolensysteme PlayStation 2 und Dreamcast über das Internet miteinander zu verbinden. Ziel sei es, das Onlinegaming generell und speziell im Konsolensegment voranzutreiben. Nach Angaben von Sega werden derzeit solche Verbindungen mit Konsolen von Nintendo und Microsoft zumindest überlegt.
Doch wo genau liegen die Interessen der Hardwarehersteller, die sonst so penibel darauf achten, sich in möglichst vielen Punkten voneinander zu unterscheiden? Sega ist in einer Zwickmühle. Das Unternehmen hatte den Dreamcast-Käufern versprochen, sie zumindest mittelfristig mit Qualitätssoftware zu versorgen. Gleichzeitig wurde die Dreamcasttechnologie an den Set-Top-Boxen-Hersteller Pace lizenziert. Warum sollte aber ein Set-Top-Boxen-Hersteller an einer Technologieplattform interessiert sein, für die kein Entwickler mehr Anwendungen programmieren will? Sega muss also zumindest in naher Zukunft weiterhin Software für Dreamcast liefern. Da die Spiele auch auf den anderen Plattformen erscheinen, ist es naheliegend, die Softwarekäufer quer über alle Plattformen zu einer Sega-affinen Community zusammenzuschweißen. Sollte sich in der Folge herausstellen, dass sich die Verbindung aus PS2- und Dreamcast-Käufern als absatzfördernd erweist, wäre vielleicht auch der eine oder andere Third-Party-Publisher bereit, Dreamcast-Adaptionen von PS2-Spielen herzustellen.
Für SCE wiederum bedeutet die Verlinkung fast schon eine Garantie, dass Sega seine wichtigsten Spiele für PS veröffentlicht. Zudem steht diese Option in Einklang mit der generellen Vernetzungsstrategie, die der Sony-Konzern und insbesondere SCE proklamiert haben. So hatte SCE erst Anfang Juni angekündigt, verschiedene Charakteristika der Java-Technologie in PlayStation 2 integrieren zu wollen. Die Java-Plattform von Sun Microsystems ist nicht nur Baustein für eine Vielzahl erfolgreicher Unterhaltungsapplikationen im Internet, Java ist fast schon ein Synonym für Plattformunabhängigkeit. Zudem erobert Java auch zusehends die mobile Welt, sei es durch Organizer oder durch Handys. Die Implementierung von Java in die PS2 ist also ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung der Vision von Sony, wonach Datentransfer zwischen allen Sony- aber auch anderen Geräten möglich werden soll.