JoWooD: Rechtliche Schritte gegen Tobler?
Im Rahmen der Präsentation seiner durchweg guten Quartalszahlen hat JoWooD auch verkündet, dass nun anwaltliche Gutachten zur Haftung der Altvorstände vorliegen. Weitere Schritte würden geprüft.
Vor allem dank "SpellForce 2 - Shadow Wars" schloss JoWooD Productions das erste Quartal 2006 zum 31. März mit einem Umsatzplus in Höhe von 119,8 Prozent beziehungsweise 5,23 Mio. Euro ab. Trotz gleichzeitig erheblicher Restrukturierungsaufwendungen wurde auch das Betriebsergebnis nach minus 3,8 Mio. im Vorjahr auf 827.000 Euro gesteigert. Der Vorstand sieht in der positiven Geschäftsentwicklung den eingeschlagenen Restrukturierungskurs bestätigt. Dennoch bricht in der Rottenmanner Unternehmenszentrale keine Euphorie aus: Nach wie vor wird die Kostenseite im Auge behalten und ein restriktiver Sparkurs gefahren, so JoWooD.
In den kommenden Monaten setzen die Österreicher auf bekannte Marken. Mit "Die Gilde 2" und "Gothic III" stehen zwei Hitkandidaten in der Pipeline. Dennoch wird für die Sommermonate mit rückläufigen Umsätzen gerechnet. Den Weg in die Zukunft ebnen will JoWooD mit der konsequenten Weiterentwicklung bekannter Brands. So ist geplant, die Erfolgsmarken auf neue Spiele- und Genretypen auszuweiten. Konkret wird derzeit z.B. über ein Action-Rollenspiel aus der "SpellForce"-Welt nachgedacht. Auch für klassische Rollenspiele eigne sich die Marke. Dabei verliert der Publisher auch die Planungen für erste Konsolenumsetzungen nicht aus den Augen. Zwei Produktportierungen für Next-Generation-Konsolen stünden derzeit auf dem Prüfstand.
Parallel zu weiteren Produktplanungen müssen sich die Vorstände auch weiterhin mit der Unternehmensvergangenheit beschäftigen. Nach der Übernahme des ehemaligen Partners Perception durch die australische Digital & Voice Media werden erneut Haftungsansprüche gegenüber dem Studio geprüft, welches im vergangenen Jahr mit erheblichem Abschreibungsbedarf auf den Lizenztitel "Stargate: SG1 - The Alliance" die JoWooD-Krise auslöste. Zudem geraten auch die Altvorstände JoWooDs wieder ins Visier. Nach Unternehmensangaben liegen neue Gutachten zur Vorstandshaftung vor, die mögliche Ansprüche stützen könnten. Derzeit würden weitere Schritte geprüft.