Trotz Umsatzzuwächsen wurde die positive Entwicklung von JoWooD vorerst gestoppt. Zu Ende des 3. Quartals hat der österreichische Publisher ein negatives EBIT von 4,1 Mio. Euro ausgewiesen. Der schwierigen Marktlage angemessen lautet die Devise jetzt "Einsparung und Restrukturierung".

JoWooD hat Mitte November die Geschäftsergebnisse für das 3. Jahresquartal bekannt gegeben. Demnach erzielte der Publisher im Zeitraum Juli bis September 2002 einen Umsatz von "nur" 6,1 Mio. Euro. Zum Start des 4. Quartals summiert sich der Gesamtumsatz auf 34,8 Mio. Euro und liegt damit deutlich unter den Erwartungen. Nachdem zum 1. Halbjahr 2002 ein Gewinn vor Steuern und Abschreibungen in Höhe von 1,1 Mio. Euro verbucht wurde, fiel das EBIT zum 3. Quartal sogar auf minus 4,1 Mio. Euro ab. Die klare Planverfehlung sei zum einen auf die schwächelnden internationalen Absatzmärkte USA, Benelux und Skandinavien zurückzuführen, zum anderen auf zahlreiche Produktverschiebungen.

Entwicklung im 3. Quartal unter Erwartungen

Entgegen den ursprünglichen Planungen erscheint JoWooDs Umsatzhoffnun "Gothic II" jetzt am 29. November, kommt damit aber zumindest noch rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft in den Handel. Angesichts der "auf längere Sicht gedämpften Entwicklung der Branche" sind laut JoWooD bereits erste Kostensenkungsprogramme ins Leben gerufen worden.

Die Rationalisierungsmaßnahmen würden alle Bereiche des Unternehmens betreffen, sprich: Entwicklung, Publishing und Vertrieb. Für die Sanierung hat JoWooD einen zusätzlichen Kostenaufwand von mindestens 20 Mio. Euro eingeplant, was die Liquiditätslage des Unternehmen scharf angreifen dürfte. Laut JoWooD wurden bereits Gespräche mit Banken aufgenommen. Detailinformationen zu Quartalsbilanz und weiteren strategischen Ausrichtung sollten ursprünglich im Rahmen einer Pressekonferenz am 14. November bekannt gegeben werden. Diese wurde allerdings abgesagt und auf das 4. Quartal verschoben, was zugleich unliebsame Erinnerungen an die Phenomedia AG evozierte. So weit wird es aber bei JoWooD hoffentlich nicht kommen.

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