JoWooD: Tobler geht
Unternehmensgründer und CEO Andreas Tobler wird zum 28. Januar 2005 JoWooD verlassen. Der Vorstandsvertrag wurde nach Unternehmensangaben einvernehmlich nicht verlängert.
Andreas Tobler, Unternehmensgründer und CEO von JoWooD Productions, wird das Unternehmen zum 28. Januar verlassen. Wie der österreichische Publisher mitteilt, wurde der Vorstandsvertrag einvernehmlich nicht verlängert. Der erst am vergangenen Freitag gewählte neue Aufsichtsrat des börsennotierten Unternehmens habe sich zu diesem Schritt entschlossen. Hierdurch soll sichergestellt werden, "jene Veränderungen herbeizuführen, die der Hebung des erheblichen Potenzials von JoWood und insbesondere der Spielepipeline 2005 entsprechen".
Die Umsatzziele 2004 seien deutlich verfehlt worden. Die daraus resultierende Umsatzwarnung, kritische Aktionärsstimmen sowie die verfehlte Internationalisierung des Vertriebs hätten den Aufsichtsrat zum Handel veranlasst, so JoWooD. Ziel der Maßnahme sei es, die Werthaltigkeit des Unternehmens rasch zu steigern.
Nachfolger Toblers als Vorstandsvorsitzender wird Dr. Albert Seidl. Als Verantwortlicher des Bereichs Capital Markets der Capital Bank habe sich Seidl bereits in der Vergangenheit um JoWooD verdient gemacht. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Andreas Rudas, zu den Veränderungen: "Der Aufsichtsrat anerkennt die erheblichen Leistungen von Herrn Tobler. Wir danken für sein Engagement und seinen Enthusiasmus. Herr Tobler soll in der Übergangszeit auch noch weiterhin dem Unternehmen beratend Verfügung stehen. Wir, der Aufsichtsrat, sind überzeugt davon, dass mit der Neunominierung und der klaren Aufgabenstellung an Herrn Dr. Seidl die Prioritäten im Unternehmen wieder fokussiert wurden. Wir wünschen Herrn Dr. Seidl viel Erfolg."
Andreas Tobler hatte JoWooD 1995 gemeinsam mit Johann Schilcher gegründet. Im Juni 2000 führte er das Unternehmen als ersten österreichischen Publisher an die Börse. In den Folgejahren investierte man in Firmenzukäufe. Das Krisenjahr 2003 überstand das Unternehmen glimpflich, indem vor allem die Vertriebstochter abgestoßen wurde. Nach einer Erholungsphase 2004 brachte der Rücktritt des gesamten Aufsichtsrats Mitte Dezember 2004 wieder Unruhe ins Unternehmen.