Kapitel Gameplay scheint endgültig besiegelt
Nach dem Aus für die deutsche Niederlassung steht nun auch die Londoner Schaltzentrale von Gameplay kurz vor dem Bankrott. Die Aktiva des Unternehmens belaufen sich nach der jetzt vorgestellten Bilanz nur noch auf 90.000 Pfund.
Gameplay plc. hat in seiner Jahresbilanz 2001 einen Umsatz von 79.000 Pfund ausgewiesen. Im Vergleich dazu stand im Januar, in der Unternehmensrechnung zum ersten Halbjahr, noch ein Umsatz von 44,5 Mio. Pfund zu Buche. Die restlichen Aktiva des Unternehmens belaufen sich auf 90.000 Pfund. Die Konzernergebnisse seien laut Vorstand Mark Strachan allerdings nicht verifiziert. Eine Rechnungsprüfung, insbesondere für alle europäischen Zweigniederlassungen, könne man sich derzeit nicht leisten: "Der Vorstand ist der Meinung, dass die anfallenden Kosten für eine Rechnungsprüfung aller europäischen Niederlassungen, die im Übrigen von Gameplay plc. nicht mehr kontrolliert werden, den restlichen Gläubigerfonds zu stark reduzieren würde." Gameplays Aktien an der Londoner Stock Exchange fielen nach Bekanntgabe der Ergebnisse um rund 65 Prozent auf ein Jahrestief von 48 Pence. Strachan verteidigte im Weiteren die von Gameplay in vergangenen Tagen stets verfolgte Strategie der offensiven Expansion. Gescheitert wäre man letzten Endes nur am allgemeinen Börsencrash technologieorientierter Unternehmen, der selbst auferlegten Zurückhaltung von TK-Konzernen in Sachen Breitband-Internetservices sowie der Launchverschiebung der PlayStation 2.