Karstadt korrigiert Prognosen nach unten
KarstadtQuelle wird auch in den beiden kommenden Jahren schlechtere Ergebnisse ausweisen. Dies räumte Vorstandsvorsitzender Christoph Achenbach auf der heutigen Hauptversammlung ein.
Nur wenige Wochen nach einer Gewinnwarnung für das laufende Geschäftsjahr hat der angeschlagene Handelskonzern KarstadtQuelle jetzt auch die Ergebnisprognosen für 2005 und 2006 nach unten korrigiert. Statt eines dreistelligen Millionenbetrags werde 2005 operativ lediglich eine schwarze Null erwartet, teilte Karstadt-Chef Dr. Christoph Achenbach am Montag auf einer außerordentlichen Hauptversammlung mit. Erst im übernächsten Jahr werde wieder ein positives Betriebsergebnis erzielt. Ursprünglich hatte Karstadt bereits für nächstes Jahr ein Ergebnis von 135 Mio. Euro angepeilt, das dann 2006 auf 380 Mio. Euro gesteigert werden sollte. Korrigiert wurden auch die Planungen für den Mittelzufluss, vor allem was den Verkauf der Logistikaktivitäten des Konzerns betrifft. Man wolle mit der Veräußerung der Logistikaktivitäten noch warten, da die Preisangebote teilweise nicht den Vorstellungen entsprächen, so Achenbach.
Die geplante Kapitalerhöhung um 500 Mio. Euro soll indes noch in diesem Jahr vorgenommen werden. Am 14. Dezember sollen die neuen Aktien erstmals an der Börse gehandelt werden; den Bezugspreis will Karstadt am kommenden Donnerstag bekannt geben. Vom 30. November bis 13. Dezember können die Papiere gezeichnet werden. Die Verabschiedung der Finanzspritze, die zum Hauptteil von Allianz und Schickedanz getragen wird, gilt als Formsache. Über sie wollen die Aktionäre noch am Abend abstimmen. Darüber hinaus teilte Karstadt mit, sich aus der Kaffeehauskette Starbucks vollständig zurückzuziehen. Das Paket von 82 Prozent sei an die gleichnamige US-Gesellschaft veräußert worden; über die Konditionen wurde nichts bekannt.