KarstadtQuelle bilanziert Umsatzminus
Der KarstadtQuelle-Konzern hat 2002 einen Umsatz von 15,8 Mrd. Euro erzielt - ein Minus von 1,7 Prozent gegenüber 2001. Während der Versandhandel weiter wächst, musste das stationäre Geschäft mit einem Minus von 8,5 Prozent deutlich Federn lassen.
Während die Verbraucher im November als Folge der anhaltenden Steuer- und Abgabenerhöhungsdiskussion vorsichtig disponiert hätten, sei der Umsatz im Oktober und Dezember zufriedenstellend ausgefallen, so die Unternehmensbilanz zum 4. Quartal, in dem der Konzernumsatz insgesamt um ein Prozent zurückging. "Der Umsatzverlauf des 4. Quartals lag aus Konzernsicht über unseren Erwartungen. Berücksichtigt man die DM-Sondereffekte Ende 2001 und die ungünstigen Rahmenbedingungen mit einer starken Verunsicherung der Verbraucher, haben wir Dank unserer Diversifizierung eine relative Stabilisierung im Geschäftsjahr 2002 erreichen können.
Versender gehören zu den Gewinnern
Die Entwicklung zeigt aber auch deutlich, dass es keine Alternative zur Neuausrichtung unseres Konzerns gibt", kommentierte Wolfgang Urban, Vorstandsvorsitzender des KarstadtQuelle-Konzerns, die aktuellen Zahlen. "KarstadtQuelle als substanzstarkes Unternehmen mit marktführender Stellung in den Kerngeschäftsbereichen wird gestärkt aus der aktuellen Krise des deutschen Einzelhandels hervorgehen", ist sich Urban sicher. Im 4. Quartal musste der stationäre Einzelhandel allerdings deutlich Federn lassen: Der Umsatz sank um 8,8 Prozent und betrug 2,3 Mrd. Euro. Im Gesamtjahr weist der stationäre Einzelhandel ein Umsatzminus von 8,5 Prozent aus. Die 190 Warenhäuser setzten dabei 6,3 Mrd. Euro um - ein Minus von 8,1 Prozent. Die 294 Fachgeschäfte erzielten Umsatzerlöse in Höhe von 1,1 Mrd. Euro. Das entspricht einem Umsatzrückgang von 4,8 Prozent.
"Keine Alternative zur Neuausrichtung"
Der Geschäftsbereich Versand mit den Kernmarken Quelle und Neckermann habe dagegen auch im 4. Quartal mit einem Zuwachs von 6,2 Prozent seine erfreuliche Performance fortsetzen können. Die KarstadtQuelle-Versender hätten von der "neuen Attraktivität" des Versandhandels profitiert und gehörten neben den Discountern zu den Gewinnern des Strukturwandels im deutschen Handel. Im Gesamtjahr wurden Umsatzerlöse in Höhe von 8,2 Mrd. Euro erzielt. Das entspricht einem Umsatzzuwachs von 5,1 Prozent. Das deutlichste Umsatzplus erwirtschaftete KarstadtQuelle allerdings mit ihren über 60 Shopping- und Informationsportalen. Im Jahr 2002 wurde ein Onlinebestellwert von 1,24 Mrd. Euro erreicht. Gegenüber 2001 mit einem Bestellwert von 814 Mio. Euro entspricht dies einem Zuwachs von 53 Prozent. Die Shoppingportale übertrafen damit die konzerninternen Prognosen von 1,2 Mrd. Euro. Ihr Anteil am Gesamtumsatz des Konzerns beträgt 7,8 Prozent. Den größten Anstieg im Jahr 2002 erzielten die Internetportale im 4. Quartal, mit einem durchschnittlichen Nachfragezuwachs von 64,9 Prozent. Für das laufende Jahr bekräftigte der Konzern seine Umsatzerwartungen ans Onlinegeschäft, die von einem Zuwachs auf mindestens 1,5 Mrd. Euro ausgehen. Im Geschäftsjahr 2003 will KarstadtQuelle von mehreren Effekten profitieren. Unter anderem werde sich das schwache Vorjahr positiv auf den Umsatzvergleich auswirken. Dies zeige sich bereits in den beiden ersten Januarwochen. Sowohl der stationäre Einzelhandel als auch der Versandhandel wiesen in diesem Zeitraum deutliche Zuwächse aus.