KarstadtQuelle: Wolfgang Urban legt Pläne vor
Nach dem Wechsel in der Führungsetage bei KarstadtQuelle soll das Unternehmen jetzt mit einem Zehnpunkteprogramm zur Wertsteigerung neu ausgerichtet werden.
Der neue Vorstandsvorsitzende Wolfgang Urban plant, bis 2003 den Nettoumsatz von 29 Mrd. Mark im vergangenen Jahr auf 36 Mrd. Mark zu steigern. Die Konzernstrategie von KarstadtQuelle sieht Restrukturierungs- und Wachstumsprogramme vor. Im Warenhausbereich soll eine deutliche Ergebniserhöhung durch verstärkte Zentralisierung und Standardisierung, vor allem in der Logistik, Verwaltung und im Facility-Management, erreicht werden. Unter anderem durch Halbierung der Lagerflächen, erklärte Urban, wolle KarstadtQuelle die Marktführerschaft in der Logistik zurückerobern. So werden weitere Filialen auf das Themenhauskonzept umstellen. Zu den bisher 57 thematisch ausgerichteten Kaufhäusern sollen bis 2003 weitere 47 dazukommen; im Schnitt sollen es 15 bis 20 Häuser im Jahr sein. Wachsen soll auch der Bereich Technik, der zusammen mit Mode und Sport für 63 Prozent des Umsatzes steht. Von den Restrukturierungsmaßnahmen erwartet das Unternehmen in den kommenden drei Jahren ein Nettopotenzial von 500 Mio. Mark. KarstadtQuelle soll sich zu einem integrierten, vernetzten Handels- und Serviceunternehmen wandeln. "E-Commerce ist der Weg, das Gesamtgeschäft voranzubringen", ist Wolfgang Urban überzeugt. Der Vorstandschef will erreichen, dass der Kunde nach Belieben "von jedem Punkt aus" bei KarstadtQuelle einkaufen kann. Das heißt, sowohl über das stationäre Netz als auch über traditionellen Versand oder Internet.
Vor allem im Versandhandel ist ein forcierter Vertrieb über das Internet vorgesehen. Somit komme dem Netz als Klammer bei der Multikanalvertriebsstrategie des Konzerns eine strategische Schlüsselrolle zu. Für das laufende Geschäftsjahr erneuerte Urban seine Prognose über einen E-Commerce-Umsatz von 700 Mio. Mark; 90 Prozent davon sollen aus dem Bereich Versand kommen. Andere Konzernbereiche sollen nach Plänen des Vorstandschefs nachziehen, ab November will man schlagkräftige Marken wie Karstadt, Karstadt-Sport oder WOM mit neuen Angeboten im Netz präsentieren. Zur Strategie des Unternehmens gehört es, nicht alles im Internet anbieten zu wollen. Dem stationären Geschäft wird bei KarstadtQuelle auch künftig große Bedeutung beigemessen. Probleme machen derzeit vor allem kleine Filialen mit einer Verkaufsfläche von weniger als 7000 Quadratmetern, die rote Zahlen schreiben und sich nicht in das Themenhauskonzept eingliedern lassen. Eine Lösung hierfür will Urban im Frühjahr vorlegen. Mit Blick auf Presseberichte über angebliche Pläne für Warenhausschließungen betonte er, seine Aufgabe sei es nicht, Geschäfte aufzugeben. In den ersten neun Monaten dieses Jahres ist der Konzernumsatz um 4,8 Prozent auf 20,9 Mrd. Mark gestiegen. Somit wird sich nach Ansicht Urbans die Prognose einer 3,5-prozentigen Umsatzsteigerung 2000 bestätigen.