Kartenbetrüger schädigen Handel und Kunden
Die Betrugsfälle beim Einkauf mit EC-Karten stiegen im vergangenen Jahr um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr an. Dadurch entstand dem deutschen Einzelhandel 2003 ein Schaden in Höhe von 57 Mio. Euro.
Für den Kunden bequemer Service, für den Handel mit Risiken behaftet: beim Bezahlen per elektronischem Lastschriftverfahren (ELV) genügen EC-Karte und Unterschrift. Dadurch haben aber auch Betrüger leichtes Spiel. Das Bundeskriminalamt verzeichnete 2003 über 64.000 Delikte bundesweit - eine Steigerung um 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da der Handel geplatzte Lastschriften selbst bezahlen muss, ist dem deutschen Einzelhandel ein Schaden von mehr als 57 Mio. Euro entstanden. Dennoch bevorzugen die meisten Händler nach wie vor das ELV an Stelle des wesentlich sicheren Electronic-Cash-Verfahrens mit PIN-Eingabe, bemängelt Mummert Consulting. Der Grund: Laut Mummert sind die Forderungsausfälle umgelegt auf alle Lastschriftzahlungen günstiger als die Gebühren beim Electronic Cash. Dabei habe das sichere System auch für den Handel Vorteile. Neben den Forderungsausfällen ließen sich so auch die Bearbeitungskosten in Höhe von 25 Euro vermeiden, die pro Betrugsfall auf den Händler zukommen. Erst wenn die Kosten durch Zahlungsausfälle annähernd so hoch seien wie die Gebühren bei Electronic Cash, sei ein Umdenken in Richtung mehr Sicherheit im Einzelhandel zu erwarten, so das Consulting Unternehmen.