Konjunktur im Einzelhandel
Der deutsche Einzelhandel geht mit hohen Erwartungen ins Weihnachtsgeschäft. Nach Einschätzung des Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) wird der Weihnachtsumsatz in diesem Jahr auf 20 Mio. Mark steigen. Im letzten Quartal 1999 betrug er 26,4 Mio. Mark.
"Die für 2001 erwartete Trendwende im Einzelhandel wird sich schon im Weihnachtsgeschäft zeigen", erklärte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr gegenüber Reuters. Der HDE begründet seine Prognose für das diesjährige Weihnachtsgeschäft mit der besseren Stimmung unter den Verbrauchern. Hohe Erwartungen in die bevorstehenden Wochen setzen auch große Warenhauskonzerne und Fachhandelsketten. Das Jahresendgeschäft bringt dem Handel traditionell in den Monaten November und Dezember einen kräftigen Umsatz- und Ertragsschub. Als Weihnachtsumsatz gilt hierbei der Mehrumsatz in den letzten beiden Monaten des Jahres, der über dem durchschnittlichen Umsatz in den Monaten Januar bis Oktober liegt. Mit einer starken Nachfrage im Bereich Unterhaltungselektronik, vor allem nach TV- und DVD-Geräten, rechnet der KarstadtQuelle-Konzern.
Möglicherweise werden die Vorfreuden auf ein gutes Weihnachtsgeschäft aber auch durch den schwachen Euro getrübt, denn viele Produkte werden im Dollar-Raum eingekauft. Schon im August wurden hier die Preise um etwa drei Prozent angehoben, teilte ein arstadt-Sprecher in Essen mit. Weitere Preiserhöhungen wollte er deshalb nicht ausschließen. Optimistischer äußerte sich diesbezüglich eine Sprecherin der zur Düsseldorfer Metro AG gehörenden Kaufhof Warenhaus AG. Dort geht man davon aus, dass die Preise bei der Unterhaltungselektronik im Weihnachtsgeschäft nicht in die Höhe schnellen werden, weil die Importe auf langfristigen Lieferverträgen beruhen. Vom E-Commerce-Geschäft im Internet erwartet der stationäre Handel zu Weihnachten noch keine großen Umsatze. So weisen zum Beispiel Karstadt und Kaufhof vor allem auf den Service-charakter der Internetauftritte hin. Der HDE schätzt den Anteil der E-Commerce-Geschäfte am Einzelhandelsumsatz auf 0,5 Prozent. Das Weihnachtsgeschäft sei nur für einige Internetanbieter, zum Beispiel Spielwarenhändler, lukrativ.