Konsolenhersteller suchen neue Wege
Der Konkurrenzdruck im Konsolenmarkt veranlasst die Konsolenhersteller, neue Wege der Vermarktung zu suchen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass Sony und Sega ihre Hardwaretechnologie auch an externe Unternehmen lizenzieren wollen.
Die Konsolenhersteller scheinen auf Partnersuche zu sein, um neue Möglichkeiten der Vermarktung und damit auch des Kapitalflusses zu erschließen. So hat beispielsweise Sony Computer Entertainment Anfang Juni angekündigt, die Herstellungskapazitäten von PlayStation2-Chips deutlich zu erhöhen. Rund 1,16 Mrd. Dollar sollen in den Ausbau der entsprechenden Produktsionswerke bzw. in den Neubau einer Produktionsstätte investiert werden. Größte Aufmerksamkeit erhielt in diesem Zusammenhang die offizielle Bestätigung, dass über den Verkauf der Chips auch an andere Hersteller nachgedacht werde. Details wurden, wie in solchen Fällen üblich, nicht genannt.
Seit wenigen Tagen geht unter den japanischen Branchenanalysten das Gerücht um, dass auch Sega auf der Suche nach Partnern ist, um ebenfalls im Hardwarelizenzgeschäft mit externen Herstellern Profit zu machen. Von offizieller Seite hält sich Sega mit Kommentaren zurück. Laut dem amerikanischen ZDnet hat Segas Vice Chairman Shoichiro Irimajiri in einem telefonischen Interview diese Gerüchte allerdings bereits bestätigt. Unklar bei allen Meldungen blieb bislang, welche Geräte externe Hersteller konkret mit den eventuell lizenzierten Chips herstellen sollen bzw. wollen. Sollte es sich um PlayStation- oder Dreamcast-kompatible Spielekonsolen oder Settop- Boxen handeln, könnte die Verbreitung und damit die Softwareverkäufe sprunghaft ansteigen. Denkbar sind aber auch andere Varianten. So wurde ebenfalls Anfang Juni bekannt, dass Sega und Motorola gemeinsam an der Entwicklung eines neuen Mobiltelefons mit Internetzugang arbeiten. Dieser Zugang soll wiederum auf einer Technologie basieren, die aus Segas Dreamcast stammt.