Konsolidierung und Investitionen im Jahr 2022 und Ausblick auf 2023
Mehr als 125 Milliarden Dollar flossen 2022 weltweit bei Übernahmen, Investitionen und Beteiligungen in der Gamesbranche. Für 2023 erwartet Tech-Investor Drake Star ähnlich starke Aktivitäten auf dem Markt.
Auf 127 Milliarden Dollar, beziehungsweise knapp 117,7 Milliarden Euro, beläuft sich das Volumen aller Übernahmen und Beteiligungen, sowohl öffentlich als auch privat, im Gamesbereich im Jahr 2022. Laut der Tech-Investmentbank Drake Star wurden knapp 1.320 Deals im "Global Gaming Report 2022" berücksichtigt.
Das größte Transaktionsvolumen entfällt mit 102,3 Milliarden Dollar auf M&A-Aktivitäten, also auf Zusammenschlüsse und Akquisitionen, wobei die noch nicht abgeschlossene, 68,7 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Activision Blizzard durch Microsoft einen Großteil dieser Summe ausmacht, gefolgt von 12,7 Milliarden Dollar bei Take-Two/Zynga, 4,4 Milliarden bei ironSource/Unity, 3,6 Milliarden bei Bungie/Sony und 1,05 Milliarden bei ESL/Savvy. Im Vergleich zu 2021 ist das M&A-Volumen um das Dreifache gestiegen. Die aktivsten Segmente waren PC/Konsole sowie Plattform/Tools mit jeweils 83 Deals. Im Mobile-Segment wurden 75 Deals gezählt. Aufgrund der globalen makroökonomischen Herausforderungen gab es im zweiten Halbjahr 2022 nur wenige große Deals, doch blieb das Transaktionsvolumen das ganze Jahr über stabil.
In über 900 Finanzierungsrunden privater Unternehmen wurden mehr als elf Milliarden Dollar aufgebracht, darunter 18 Kapitalaufnahmen von über 100 Millionen Dollar. Während das Volumen gegenüber 2021 um 20 Prozent zurückging, stieg die Zahl der Deals um 29 Prozent. Blockchain-Gaming war das aktivste Segment (405), gefolgt von Mobile (152) und Plattform/Tools (131). E-Sport verzeichnete einen starken Rückgang. Zu den aktivsten Risikokapitalgebern gehören Bitkraft, a16z, Galaxy Interactive, Griffin Gaming und Makers Fund. Bei den "Private Placements" erhielt Epic Games mit zwei Milliarden Dollar das meiste Kapitel, unter anderem von Sony, Kirkbi und Newman Capital. From Software konnte 260 Millionen Dollar von Sony und Tencent einsammeln. 255 Millionen Dollar gingen in die Türkei, an Dream Games von Index Ventures, Makers Fund, Balderton Capital, Kora Management, IVP und BlackRock. Allerdings ist unklar, ob Drake Star alle Deals in dem Bereich berücksichtigen konnte.
"Die börsennotierten Gaming-Unternehmen standen in Jahr 2022 unter Druck, was zu einem erheblichen Rückgang der Bewertung und der Finanzierungstätigkeit führte. Dennoch gingen mehrere Unternehmen an die Börse, darunter Technicolor Creative Studios, Valofe, Asia Innovations Group und Faze Clan", schreibt Drake Star.
Für 2023 wird erwartet, dass Konsolidierung, Diversifikation und Investitionen in der Gamesbranche "stark" weitergehen sollen, allerdings in geringerem Umfang als 2022. Embracer, Sony, Tencent, Microsoft und Take-Two Interactive werden als die wichtigsten Käufer gehandelt. Außerdem werden mehrere große M&A-/Finanzierungs-Deals von Savvy Gaming erwartet, da im Public Investment Fund von Saudi-Arabien knapp 35 Milliarden Dollar für Deals in der Gamesbranche vorgesehen sind. Zusätzlich werden Fusionen und Übernahmen sowie weitere Finanzierungen vor allem in den Bereichen AR/VR und Tools/KI erwartet. Das meiste Geld wird dennoch im PC- und Konsolen-Segment fließen.
"Effektive User Acquisition wird weiterhin die größte Herausforderung im Mobile-Bereich sein und börsennotierte Käufer konzentrieren sich zunehmend auf die Erweiterung ihres Publikums durch den Erwerb von Unternehmen oder einzelnen Spielen. Wir erwarten einen sehr aktiven mobilen M&A-Markt im Jahr 2023", heißt es weiter. Abgesehen von einer ersten Konsolidierungswelle im Krypto-Gaming-Bereich wird geschätzt, dass 2023 mehrere "sehr erfolgreiche Spiele" von Blockchain-Gaming-Unternehmen auf den Markt kommen werden. Zugleich hofft Drake Star, dass sich die gebeutelten Aktienkurse der Gamesunternehmen in der zweiten Jahreshälfte 2023 erholen werden und sich dann weitere Firmen aus der Branche auf das Börsenparkett wagen.